KI-Chatbot-Datenschutz: Nutzer können Gesprächsdaten schützen

2026-07-31 · kamil

Ein kürzlicher Vorfall hat die Diskussion um die Privatsphäre in KI-Chatbots neu entfacht. Berichten zufolge konnten Konversationen aus Anthropic’s Claude-KI über eine Google dork – eine erweiterte Suchanfrage, die gezielt nach bestimmten Informationen sucht – abgerufen werden. Obwohl Nutzer diese Gespräche zuvor aktiv über Links geteilt hatten, war die Möglichkeit einer breiteren Exposition durch Suchmaschinen für viele unerwartet. Anthropic hat diese Indexierungs-Schwachstelle umgehend behoben.

Der Vorfall wirft die Frage auf, wie privat Unterhaltungen mit Künstlichen Intelligenzen tatsächlich sind. Ein wesentlicher Teil der Antwort liegt in den Händen der Nutzer selbst. Obwohl die KI-Anbieter die Einstellungen nicht immer intuitiv gestalten, bieten sie doch Kontrollmöglichkeiten zur Verwaltung der Privatsphäre.

Datenschutz-Optionen bei ChatGPT

Für Nutzer von ChatGPT gibt es verschiedene Wege, die Privatsphäre zu erhöhen:

  • Nutzung ohne Konto oder im ausgeloggten Zustand: Wer keine Gesprächsdaten speichern oder verfolgen lassen möchte, kann ChatGPT ohne Anmeldung nutzen. Dies schränkt jedoch den Zugriff auf bestimmte erweiterte Funktionen und Nutzungsschwellen ein.
  • Temporärer Chat: Innerhalb der ChatGPT-Oberfläche lässt sich über ein kreisförmiges Symbol ein temporärer Chat aktivieren. Das Eingabefeld wird schwarz, und der Chatverlauf wird nicht gespeichert. Die Unterhaltung wird vom Chatbot nicht erinnert, was die Besprechung persönlicherer Themen erlaubt, auch wenn bei sehr sensiblen Informationen weiterhin Vorsicht geboten ist.
  • Deaktivierung des Modelltrainings: OpenAI trainiert seine ChatGPT-Modelle teilweise mit den Nutzergesprächen. Obwohl die geteilten Daten nicht direkt mit Namen oder Konto verknüpft sind, können Nutzer dies in den Einstellungen deaktivieren. Unter dem Kontonamen im linken Bereich, dann in den Einstellungen unter „Datenkontrollen“, kann die Option „Modell für alle verbessern“ ausgeschaltet werden.
  • Teilen von Konversationen: ChatGPT ermöglicht das Teilen von Chats über Plattformen wie X, LinkedIn, Reddit oder per direktem Link. Solange die Konversation existiert, bleibt der Link aktiv. Nutzer sollten die potenziellen Risiken bedenken, insbesondere bei sensiblen oder persönlichen Inhalten.
  • Löschen von Verläufen: Einzelne vergangene Konversationen können einfach über das Ellipsen-Symbol neben dem Chat und die Auswahl von „Löschen“ entfernt werden.

Privatsphäre-Einstellungen für Gemini

Auch bei Googles Gemini stehen Nutzern Funktionen zur Verfügung, um ihre Daten zu schützen:

  • Temporärer Chat: Ähnlich wie bei ChatGPT bietet Gemini einen temporären Chat-Modus an, der über einen Button neben „Neuer Chat“ in der linken Seitenleiste aktiviert wird. Diese Gespräche erscheinen nicht im Chatverlauf und werden nicht zum Training von Gemini oder zur Personalisierung der Nutzererfahrung verwendet. Temporäre Chats werden für 72 Stunden aufbewahrt.
  • Verwaltung der KI-Trainingsdaten und Historie: Standardmäßig nutzt Google Gespräche mit Gemini zum Training der KI, wobei die Daten anonymisiert sein sollen. Um dies zu verhindern, muss die Speicherung und Nutzung vergangener Chats durch Google unterbunden werden. Dies hat zur Folge, dass Konversationen weder in Googles Aktivitätshistorie noch im eigenen Chatverlauf erscheinen. Diese Einstellung kann über die Gemini Apps Activity-Seite oder unter den Einstellungen > Aktivität vorgenommen werden, indem „Aktivität speichern“ deaktiviert wird. Dort besteht auch die Möglichkeit, die gesamte Aktivität zu löschen oder einzelne Interaktionen zu entfernen.
  • Verwaltung öffentlicher Links: Geteilte Gemini-Konversationen erzeugen öffentliche Links. Nutzer können diese Links in den Einstellungen unter „Ihre öffentlichen Links“ überprüfen und einzelne oder alle löschen. Die Konversationen selbst bleiben im eigenen Verlauf zugänglich.
  • Gemini Live (Audio und Screenshots): Bei der Nutzung von Gemini Live, das Sprachinteraktionen ermöglicht, kann Google Audioaufnahmen der Chats und geteilte Screenshots verwenden. Manche Aufnahmen werden anonymisiert von menschlichen Prüfern gesichtet. Diese Option lässt sich in den Einstellungen > Aktivität deaktivieren, indem das Häkchen bei „Google-Dienste mit Ihren Audio- und Gemini Live-Videos & -Screenshares verbessern“ entfernt wird.
  • Personal Intelligence Memory: Gemini kann sich frühere Chats merken und daraus lernen, um Interessen, Präferenzen und andere persönliche Details besser zu verstehen.

Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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