Größere Windows-Installationen: KI-Funktionen beanspruchen Speicherplatz

2026-08-01 · kamil

Die Installationsdateien für Microsoft Windows sind signifikant größer geworden. Eine aktuelle ISO-Datei, die über das Media Creation Tool heruntergeladen wird, erreicht 6,8 GB und ist damit fast doppelt so groß wie die ursprüngliche Version von Windows 10 bei ihrer Veröffentlichung im Jahr 2015.

Das Wachstum der Windows-Installationen

Diese Entwicklung wurde von Michael Niehaus, einem Experten für Windows-Bereitstellung mit 16 Jahren Erfahrung bei Microsoft, bestätigt. Er dokumentierte, dass zwischen der ersten Veröffentlichung von Windows 11 Version 24H2 im November 2024 und der Version 25H2 im Juli 2026 fast 6.000 neue Ordner und über 20.000 neue Dateien hinzugefügt wurden.

Historisch gab es immer wieder Debatten über die Größe von Windows. Ein Review von Windows XP vor über 20 Jahren bezeichnete das Betriebssystem als „monströs“ und sprach von einem Bedarf von zwei Gigabyte Festplattenspeicher – eine damals als enorm empfundene Anforderung.

KI-Modelle als Hauptursache

Der Hauptgrund für das aktuelle Wachstum ist die Integration umfangreicher KI-Modelle. Laut Niehaus enthalten kumulative Updates mittlerweile rund 3 GB an geteilten KI-Modellen, die für verschiedene lokale KI-Funktionen auf sogenannten Copilot+ PCs verwendet werden. Diese Modelle werden jedoch auch auf Systemen heruntergeladen, die keine spezielle Hardware (NPU) für KI-Berechnungen besitzen und die Funktionen somit nicht nutzen können.

Niehaus fasst die Situation zusammen: „Ja, Windows wird größer. Ja, Updates werden größer. Macht Copilot+ es schlimmer? Ja, viel schlimmer.“

Probleme bei der Verteilung

Ein weiteres Problem stellt die Art der Verteilung dar. Viele dieser großen Code-Pakete werden über monatliche kumulative Updates via Windows Update ausgeliefert. Eine effizientere Methode wäre die Verteilung als Systemkomponenten über den Microsoft Store. Dies würde sicherstellen, dass Updates nur bei tatsächlicher Nutzung der zugrundeliegenden Anwendung heruntergeladen werden und oft keinen Neustart erfordern.

Auswirkungen auf Nutzer und Unternehmen

Die zunehmende Größe von Windows hat direkte Auswirkungen auf Nutzer mit kleineren Speichermedien sowie auf Unternehmen, die Windows-Systeme in ihren Netzwerken bereitstellen und warten. Obwohl Microsoft für Windows 11 einen Mindestspeicher von 64 GB für das Systemlaufwerk angibt, zeigte eine Installation der neuesten Windows 11-Version auf einem virtuellen Laufwerk dieser Größe eine Spitzennutzung von 28,2 GB bereits vor der Installation von Anwendungen oder Benutzerdaten.

Dies lässt wenig Raum für weitere Software und Daten. Experten wie Michael Niehaus empfehlen daher ein Minimum von 128 GB für das Systemlaufwerk. Für anspruchsvolle Aufgaben wie Softwareentwicklung oder kreative Arbeiten wird sogar ein Terabyte Speicherplatz als angemessen erachtet.


Thema: Microsoft. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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