In der Formel 1, einem Sport, der durch kleinste Leistungsunterschiede auf der Strecke definiert wird, sind schnelle, datengestützte Entscheidungen von Fachleuten abseits der Piste oft ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage. Trotz des zunehmenden Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) und fortschrittlichen Technologien bleibt die menschliche Expertise dabei wichtiger denn je, wie Führungskräfte und Partner von Aston Martin Aramco F1 betonen.
Menschliche Expertise als Kern des Erfolgs
Fabrizio Pilotti, CIO bei Aston Martin Aramco F1, erklärte gegenüber ZDNET, dass professionelle Handwerkskunst der Schlüssel zur Wertschöpfung aus neuen Technologien und Daten sei. Er beschreibt den Prozess als schnelles Durchlaufen von Ideen, um Daten für die nächste Iteration zu gewinnen. Diese Herangehensweise, bei der der Mensch im Mittelpunkt bleibt, sei entscheidend für den Erfolg. Bei einem Besuch des AMR Technology Campus in der Nähe der Silverstone-Rennstrecke beobachtete ZDNET, wie Fachleute wie der weltweit bekannte Aerodynamiker und Managing Technical Partner Adrian Newey neue Designs von Hand skizzierten. Pilotti zufolge sind selbst neue Mitarbeiter oft überrascht, wie viel detaillierte Handarbeit in der Formel 1 noch immer steckt.
Die Rolle der IT und Datenintegration
Die IT-Abteilung eines Formel-1-Teams versteht Pilotti als leistungssteigernde Funktion. Ihre Aufgabe ist es, robuste Daten- und Digitalgrundlagen zu schaffen, die es den Ingenieuren ermöglichen, ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen. Dies geschieht durch ein besseres Management von Fehlern und ein tieferes Verständnis der Fahrzeugleistung. Aktuelle Projekte des IT-Teams umfassen die Verfeinerung von Unternehmensanwendungen und die Entwicklung von Systemen für den Einsatz an der Rennstrecke. KI-Agenten, spezialisierte Softwareprogramme, die Aufgaben autonom ausführen können, werden taktisch im Softwareentwicklungsprozess und zur Optimierung von Systemen, einschließlich ERP-Systemen, eingesetzt. Das übergeordnete Ziel ist es, den Endnutzern einen nahtlosen Zugriff auf Daten zu ermöglichen, ohne dass eine Interaktion mit der IT erforderlich ist. Beispielsweise sollen Ressourcen für das Design eines Heckflügels sofort im benötigten Format und der gewünschten Dichte verfügbar sein.
KI als Verstärker, nicht Ersatz
Ryan Lewis, Head of UK and Northern Europe beim KI-Spezialisten Cohere, erläuterte, wie sein Unternehmen mit Aston Martin F1 zusammenarbeitet, um den Einsatz von souveränen KI-Modellen und -Agenten zu erforschen. Diese sollen zeitnahe Erkenntnisse aus Telemetrie-, Diagnose- und Simulationsdaten gewinnen. Ziel ist es, alltägliche Aufgaben zu automatisieren, damit sich die Menschen auf strategische Entscheidungen konzentrieren können. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der sicheren Implementierung innerhalb der Infrastruktur des Teams, um den Schutz von Geschäftsgeheimnissen zu gewährleisten.
Eric Ernst, Commercial Technology Ambassador bei Aston Martin F1, betonte, dass interne Expertise durch KI nicht ausgelagert werden kann. Vielmehr bietet KI den Mitarbeitern eine „kognitive Skalierbarkeit“, die es ihnen ermöglicht, mehr zu leisten als zuvor. Wettbewerbsvorteile entstehen in der Formel 1 durch ein enges Ökosystem vertrauenswürdiger Partner, die gemeinsam an der Lösung von Problemen arbeiten, die von den F1-Ingenieuren identifiziert werden.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.