Google entfernt KI-Bildfunktion in Google Earth nach Kritik

2026-08-02 · kamil

Google hat eine erst am Donnerstag eingeführte Funktion für seine Kartenanwendung Google Earth, die es Nutzern ermöglichte, KI-generierte Bilder zu erstellen und diese über reale Satellitenaufnahmen zu legen, nach nur einem Tag wieder entfernt. Die Funktion, die den KI-Bildgenerator Nano Banana 2 von Google nutzte, stieß schnell auf Kritik wegen ihres Potenzials zur Verbreitung von Falschinformationen.

Das Unternehmen hatte die neue Funktion zunächst mit dem Ziel eingeführt, Nutzern kreative Möglichkeiten im Umgang mit geografischen Daten zu bieten. Anwender konnten auf Basis von Texteingaben (Prompts) beliebige Bilder generieren und diese dann über die detaillierten Karten von Google Earth legen.

Kritiker wiesen jedoch umgehend darauf hin, dass dieses Werkzeug leicht missbraucht werden könnte, um irreführende geografische Inhalte zu erstellen und zu verbreiten. Ein BBC-Journalist hob beispielsweise ironisch das Missbrauchspotenzial hervor, da Google Earth als etablierte und zuverlässige Quelle für visuelle Beweise für Journalisten und Forscher gelte.

Als Reaktion auf die Bedenken zog Google die Funktion bereits am Freitag zurück. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, dass zwar Geodaten-Profis die Funktion für nützliche Zwecke eingesetzt hätten, man aber auch Screenshots von generierten Bildern gesehen habe, die gegen die eigenen Richtlinien verstießen. Google kündigte an, die Funktion in Google Earth vorübergehend einzustellen, um an der Implementierung stärkerer Schutzmechanismen zu arbeiten.

Die Debatte um das Google-Tool verdeutlicht eine größere Herausforderung im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz: Die Manipulation von Bildern ist nicht länger erfahrenen Photoshop-Anwendern vorbehalten. Der Zugang zu KI-Bildgeneratoren, die von Google und vielen anderen Unternehmen angeboten werden, ermöglicht es nun auch Laien, täuschend echte, aber falsche visuelle Informationen zu erstellen.


Thema: Google. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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