Microsoft hat stillschweigend eine neue „OneDrive Fotos“ App an Windows 11 Nutzer verteilt. Die Anwendung, die über ein OneDrive-Update und nicht als separate Installation auf den Systemen landete, ermöglicht das Betrachten und Bearbeiten von Fotos, die in OneDrive gespeichert sind – sowohl lokal auf dem PC als auch in der Cloud. Die unangekündigte Einführung auf regulären Windows 11 Systemen, obwohl Microsoft sie als „Preview“ für Windows Insider im Experimental Channel bezeichnete, wirft Fragen auf.
Funktionsweise der OneDrive Fotos App
Die App bietet verschiedene Kategorien zur Organisation von Bildern: Moments, Gallery, People, Albums, Favorites und This PC. Die Standardansicht „Gallery“ zeigt alle in OneDrive gespeicherten Fotos und Screenshots in chronologischer Reihenfolge, beginnend mit den neuesten. Nutzer können Informationen zu einzelnen Fotos abrufen, diese löschen, teilen oder als Favoriten markieren. Bei der Vollbildansicht eines Bildes stehen Bearbeitungsfunktionen wie Zuschneiden, Anpassen von Helligkeit und anderen Attributen sowie das Anwenden verschiedener Filter zur Verfügung. Fotos können auch mit anderen Anwendungen wie Paint oder Microsoft Fotos geöffnet werden. Die „Moments“-Kategorie präsentiert Fotos aus aktuellen Kalenderdaten, die mehrere Jahre zurückreichen.
Datenschutz und die „Personen“-Funktion
Eine Funktion, die potenziell Datenschutzbedenken aufwerfen könnte, ist die Kategorie „People“. Hier zeigt die App Gesichter von Personen, die in der OneDrive-Fotobibliothek erscheinen. Nutzer können Personen auswählen und benennen, woraufhin die App mithilfe von Gesichtserkennung weitere Fotos derselben Person anzeigt. Microsoft erklärte dazu, dass die Gesichtsgruppierung ausschließlich für den Kontoinhaber sichtbar ist und niemals geteilt wird. Nutzer haben jederzeit die Möglichkeit, diese Funktion zu deaktivieren. Microsoft versichert zudem, dass diese Gesichtsscans nicht zum Training eigener KI-Modelle verwendet werden und alle Daten nach 30 Tagen gelöscht werden. Die Deaktivierung der Gesichtsgruppierung erfolgt über die Einstellungen der App, die zu einer entsprechenden Seite im OneDrive-Webinterface führt.
Kritik an der stillen Einführung
Die unangekündigte und scheinbar ungewollte Installation der App auf zahlreichen regulären Windows 11 PCs, die keine Insider-Builds verwenden, hat zu Kritik geführt. Microsoft hatte keine Vorwarnung gegeben und keine Option zur Ablehnung der Installation angeboten. Ein weiteres Problem ist die fehlende Möglichkeit, die OneDrive Fotos App einfach zu deinstallieren. Berichten zufolge ist die einzige Methode zur Entfernung der App die vollständige Deinstallation von OneDrive selbst, was für viele Nutzer, die OneDrive zur Dateisicherung und Synchronisierung nutzen, keine praktikable Option darstellt. Trotz dieser Bedenken wird die App selbst als gut gestaltet und benutzerfreundlich beschrieben, was das Betrachten von Fotos im Vergleich zum Datei-Explorer vereinfacht.
Thema: Microsoft. Quelle/Inspiration: ZDNet.