Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der E-Commerce-Branche nimmt rasant zu und verändert die Erwartungen der Kunden sowie die strategische Ausrichtung von Unternehmen. Laut dem Salesforce State of Commerce Report, der auf einer Umfrage unter 3.450 Handelsfachleuten und 4.690 Konsumenten sowie Verhaltensdaten von über 1,5 Milliarden globalen Käufern basiert, stiegen die KI-gestützten Suchanfragen im Online-Shopping innerhalb der letzten zwölf Monate um 200 Prozent.
Diese Entwicklung führt dazu, dass die Implementierung und Erweiterung von KI-Funktionen für Handelsverantwortliche die höchste Priorität genießt. 86 Prozent der befragten Fachleute sind überzeugt, dass KI die Kundenerwartungen maßgeblich erhöht. Für 61 Prozent ist es schwieriger denn je, diesen steigenden Erwartungen gerecht zu werden.
Herausforderungen und strategische Ausrichtung
Die Implementierung von KI-Funktionen stellt für viele Unternehmen gleichzeitig die größte Herausforderung dar. Weitere Hürden umfassen die Bewältigung von Lieferkettenproblemen, fragmentierte Daten über verschiedene Systeme hinweg, sich entwickelnde Datenschutzbestimmungen und Personalengpässe.
Im Jahr 2026 verlagert sich der Fokus von Pilotprojekten hin zur operationellen Skalierung von KI-Anwendungen. 71 Prozent der Handelsverantwortlichen sehen KI als integralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse. Über ein Drittel der Unternehmen, die autonome KI-Agenten nutzen, konzentrieren sich bereits auf deren Ausbau und nicht mehr auf Machbarkeitsstudien.
Anwendungsbereiche und Nutzen von KI-Agenten
Die Top fünf Anwendungsfälle für autonome KI-Agenten im Handel umfassen:
- Autonome Kundenservice-Lösungen
- KI-Shopping-Concierges
- Autonome Bestandsauffüllung
- Automatisierte Betrugserkennung und -intervention
- Autonome Merchandising-Optimierung
Der Einsatz von KI-Agenten führt bei Business-to-Business (B2B)-Organisationen zu messbaren Verbesserungen, darunter Umsatzwachstum, höhere Mitarbeiterproduktivität und gesteigerte Unternehmenseffizienz. Weitere Vorteile sind erhöhte Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und eine hyper-personalisierte Angebotsgestaltung. Dennoch haben nur 32 Prozent der Handelsverantwortlichen vollständig definierte Kennzahlen für den Erfolg von KI.
Datenintegration als Grundvoraussetzung
Ein wesentliches Hindernis für die Skalierung von KI ist die mangelhafte Datenintegration sowie die fehlende Datenqualität und eine unzureichende KI-Strategie. Nur 27 Prozent der Unternehmen verfügen über vollständig vereinheitlichte Kundendaten über Vertrieb, Service, Marketing und Handel hinweg. Fragmentierte Daten führen zu langsamen Kundenreaktionen, doppelten Datensätzen und erschweren die Messung von Marketing- und Handelsinvestitionen.
Die Vereinheitlichung von Kundendaten ermöglicht eine bessere Abstimmung zwischen den Teams, verbessert die Ergebnisse von KI und Automatisierung, erhöht die Kundenbindung und Personalisierung und steigert die Konversionsraten. Mehr als vier von zehn Handelsfachleuten nennen die bessere Nutzung von Daten und KI als primären Treiber ihrer Plattformstrategie.
Kundenerwartungen und die Zukunft des Handels
Kunden nutzen zunehmend KI zur Produktentdeckung und -recherche. Sie erwarten online das gleiche Maß an Personalisierung wie im stationären Handel. Fast neun von zehn Handelsfachleuten gehen davon aus, dass KI-gestützte Suchen innerhalb des nächsten Jahres für die Produktfindung unerlässlich sein werden. Unternehmen reagieren darauf, indem sie die Qualität ihrer Produktinhalte verbessern, Inhalte für konversationelle Suchanfragen optimieren und Daten-Feeds an KI-Suchplattformen übermitteln.
Die Zukunft des Handels wird als autonom beschrieben, wobei die Akzeptanz von KI-Agenten durch Verbraucher weiterhin stark wachsen wird. Dies verändert das Einkaufsverhalten und erhöht die Erwartungen von Konsumenten und Unternehmen gleichermaßen. Erfolgversprechende Handelsunternehmen konzentrieren sich auf Daten, die Skalierung von KI in der Produktion, die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und die Systemintegration.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.