Gouverneur Greg Abbott hat am Montag angekündigt, dass alle neuen Rechenzentrumsprojekte in Texas einer obligatorischen Prüfung unterzogen werden. Diese Audits werden von der Public Utility Commission of Texas (PUCT), der staatlichen Versorgungsaufsichtsbehörde, und dem Netzbetreiber Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) durchgeführt. Die Maßnahme reagiert auf ein starkes Wachstum der Anfragen für Netzanschlüsse, die die Kapazität des Stromnetzes in Texas potenziell überfordern könnten.
Texas ist nach Virginia der zweitgrößte Standort für Rechenzentren in den USA. Das Bundesland hat in der Vergangenheit Tech-Unternehmen und Entwickler aufgrund seiner lockeren Vorschriften und einer vermeintlich reichlichen Stromversorgung angezogen. Unternehmen wie Google und Microsoft zählen zu denen, die sich in Texas niedergelassen haben.
Massiver Anstieg der Netzanfragen
Die Warteschlange von ERCOT für Netzanschlüsse hat sich in diesem Jahr dramatisch vergrößert. Im Januar umfasste sie Projekte mit einer Gesamtleistung von 233 Gigawatt (GW). In weniger als sechs Monaten hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt, wobei ERCOT derzeit 474 GW an neuen Anschlussanfragen verzeichnet. Etwa 90 Prozent dieser Anfragen entfallen laut Netzbetreiber auf Rechenzentren. Diese beantragte Kapazität übersteigt die gesamte Spitzenlast von ERCOT um mehr als das Fünffache. Selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Projekte realisiert wird, könnten sie das texanische Stromnetz erheblich belasten.
Auswirkungen auf Strompreise und staatliche Reaktion
Obwohl Texas über erhebliche Erdgasreserven verfügt und die Solarenergiekapazität zwischen 2021 und 2025 um das Vierfache gestiegen ist, haben Rechenzentren und Krypto-Mining-Anlagen zu einem Anstieg der Strompreise beigetragen. Dies steht im Gegensatz zu einem allgemeinen Rückgang der Strompreise in den Jahren zuvor.
Die neuen Audits sollen umfassende Informationen über die vorgeschlagenen Rechenzentren sammeln. Dazu gehören der Strom- und Wasserbedarf (sowohl vor Ort als auch extern), Maßnahmen zur Lärmminderung, Lichtkontrollen, die Nutzung von Steueranreizen und Eigentümerdetails. Gouverneur Abbott hatte zuvor versucht, solche Informationen durch eine freiwillige Umfrage zu erhalten. Da die meisten Unternehmen jedoch nicht reagierten, greift der Staat nun zu strengeren Maßnahmen, um die Einhaltung der Vorschriften zu erzwingen. Historisch gesehen hat Texas im Vergleich zu vielen anderen Bundesstaaten eine leichtere Regulierung bevorzugt, doch die steigende Zahl der Rechenzentren hat das Thema zu einem politischen Brennpunkt gemacht.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.