Flock Safety im Kreuzfeuer: Missbrauchsvorwürfe und Kompromissforderungen des CEOs

2026-08-23 · kamil

Flock Safety, ein Anbieter von Überwachungstechnologie, sieht sich wachsender Kritik wegen möglicher Missbräuche seiner Systeme gegenüber. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Washington Post identifizierte 46 Fälle, in denen Polizeibeamte die Flock-Technologie für unbefugte Zwecke genutzt haben sollen. Angesichts dieser Bedenken forderte Garrett Langley, CEO von Flock Safety, einen „Kompromiss“ zwischen Datenschutz und Sicherheit.

Vorwürfe des Missbrauchs und die Reaktion des CEOs

Die öffentliche Empörung konzentriert sich auf die Überwachungskameras, Drohnen und Kennzeichenerkennungssysteme von Flock Safety, deren Missbrauch befürchtet wird. Die von der Washington Post aufgedeckten Fälle umfassen unter anderem das Stalking von Ehefrauen, Freundinnen oder Ex-Partnerinnen durch Polizeibeamte mithilfe der Technologie.

Nachdem er ein Interview mit einem der mutmaßlichen Opfer gehört hatte, entschuldigte sich Langley gegenüber CBS News und äußerte, es „töte ihn“, dass die Betroffene dies durchmachen musste. Gleichzeitig betonte er, dass Flock Safety den Polizeimissbrauch nicht geschaffen habe, sondern das erste Unternehmen sei, das ihn beleuchte und Werkzeuge zu dessen Aufdeckung bereitstelle.

Politische Kritik von Links und Rechts

Die Bedenken gegen Flock Safety finden auch im politischen Spektrum Widerhall. Auf der linken Seite warf der demokratische Senatskandidat aus Michigan, Abdul El-Sayed, seinem Gegner vor, die „massenhafte Verbreitung von Flock-Kameras“ zu unterstützen, die „jede Bewegung ohne Wissen der Betroffenen erfassen“. Senator Bernie Sanders postete ebenfalls: „STOP AI MASS SURVEILLANCE. STOP FLOCK.“

Im konservativen Lager legten drei republikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf vor, der der Bundesregierung den Kauf automatisierter Überwachungssysteme untersagen soll. Dies betrifft Technologien wie Gesichtserkennung, biometrische IDs und Kennzeichenerkennung, „einschließlich einer Flock Safety Kamera“.

Unternehmensanpassungen und anhaltende Kritik

Als Reaktion auf die Kritik hat Flock Safety bereits Änderungen implementiert. Die standardmäßige Datenaufbewahrungsfrist wurde von 30 auf sieben Tage reduziert, und der Zugriff auf Daten erfordert nun die Eingabe eines Fallcodes. Diese Änderungen können jedoch in bestimmten Situationen, wie dem „Evidence Mode“, umgangen werden, wodurch die Polizei Daten für längere Zeiträume speichern kann.

Die American Civil Liberties Union (ACLU) bewertete die Vorschläge von Flock als „Schritt in die richtige Richtung“, stellte jedoch die Wirksamkeit des „Evidence Mode“ infrage. Langley selbst sprach sich dafür aus, dass staatliche Regulierungsbehörden Gesetze erlassen sollten, die den illegalen Gebrauch von Flock-Daten unter Strafe stellen. Er merkte an, dass es bei Flock und anderen Technologien oft an Regulierung und Rechenschaftspflicht fehle, was er als falsch erachte.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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