Netflix-Führungskräfte erwägen laut einem Bericht der New York Times, Drittanbieter-Streamingdienste wie Peacock und Fox One direkt in die eigene App zu integrieren. Diese Diskussionen konzentrierten sich Berichten zufolge auf die Einbindung dieser spezifischen Dienste. Es ist derzeit noch unklar, ob Netflix Abonnements für diese externen Angebote direkt verkaufen oder lediglich deren Inhalte in die eigene Plattform aufnehmen würde.
Kontext und potenzielle Auswirkungen
Ein solcher Schritt wäre eine bedeutende strategische Neuausrichtung für Netflix. Bislang hat das Unternehmen lediglich an Bundles mit anderen Streaming-Anbietern teilgenommen, anstatt deren Dienste direkt in die eigene Anwendung zu integrieren oder zu vertreiben. Wettbewerber wie Amazon Prime Video und Roku bieten ihren Nutzern bereits seit Längerem die Möglichkeit, Abonnements konkurrierender Dienste über ihre Plattformen zu erwerben. Auch YouTube, ein wichtiger Rivale von Netflix, wird voraussichtlich im kommenden Jahr den Zugang zu Peacock als Teil seines Premium-Abonnements ermöglichen.
Trotz der laufenden Überlegungen gibt es laut New York Times derzeit keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Vereinbarung.
Erste Schritte in Frankreich
Netflix hat jedoch bereits erste Erfahrungen mit der Integration von Drittanbieter-Inhalten gesammelt. Im Juni dieses Jahres startete das Unternehmen eine Partnerschaft in Frankreich, bei der Live-Kanäle und Streaming-Inhalte des lokalen Senders TF1 in die Netflix-App integriert wurden. Bei einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen im Juli äußerte sich Netflix Co-CEO Greg Peters positiv zu dieser Kooperation und sprach von „vielversprechenden“ Ergebnissen. Peters betonte, dass Netflix weitere Deals in Betracht ziehen würde, die den eigenen Mitgliedern dienen, für die Partner attraktiv sind und auch für Netflix selbst vorteilhaft sind. Eine offizielle Stellungnahme zu den aktuellen Berichten lehnte Netflix ab.
Thema: Amazon. Quelle/Inspiration: The Verge.