Laut einem Bericht des Magazins TIME ist die Führungsetage von OpenAI überzeugt, Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) sei in Reichweite. CEO Sam Altman erwartet demnach, dass sein Unternehmen bis Ende 2026 ein internes System besitzen wird, das er als AGI bezeichnen würde. Chief Research Officer Mark Chen schätzt, dass OpenAI bereits zu 80 Prozent auf dem Weg zu AGI ist. Mitgründer Greg Brockman sieht die aktuelle Zeit als den Moment, in dem AGI entstand. Diese Einschätzungen basieren auf einem ausführlichen TIME-Bericht von Alex Heath, der über 20 Führungskräfte, Mitarbeiter, Investoren und Konkurrenten interviewte.
Astra als Kern der AGI-Entwicklung
Im Zentrum dieser AGI-Zuversicht steht Astra, eine bevorstehende Modellfamilie von OpenAI. Dieses System wurde bereits im letzten Jahr als automatisierter KI-Forschungsassistent angekündigt. Laut Chief Scientist Jakub Pachocki erfüllt Astra diese interne Benchmark bereits: Es kann experimentelle Ideen in Code umsetzen, Experimente ausführen und Ergebnisse liefern. Eine Forschungsarbeit kann es in einem Umfang bearbeiten, für den ein menschlicher Forscher etwa eine Woche benötigen würde.
Astra ermöglicht zudem „persistente Agenten“, virtuelle Mitarbeiter, die Aufgaben über längere Zeiträume eigenständig bearbeiten. Altman sieht den größten Nutzen in der Generierung neuen Wissens und erwartet, dass Astra das erste Modell sein wird, das „auf relevante Weise neue Dinge erfindet“. Diese Fähigkeit könnte eine rekursive Selbstverbesserung der KI anstoßen, wobei sich das System selbstständig optimiert. Die Meinungen in der Forschungsgemeinschaft dazu sind geteilt.
Definition und Debatte um Künstliche Allgemeine Intelligenz
Der Begriff AGI hat keine präzise Definition, weshalb seine Erreichung auch eine Frage der Interpretation ist. OpenAI definiert AGI als „hochautonome Systeme, die den Menschen bei den meisten wirtschaftlich wertvollen Arbeiten übertreffen“. Andere Experten fordern jedoch ein robusteres Weltverständnis, das über die Fähigkeiten aktueller Sprachmodelle hinausgeht.
Hardware-Pläne und Finanzierung der Ambitionen
Neben den ambitionierten AGI-Zielen arbeitet OpenAI an einer „kleinen Handvoll“ von Hardware-Geräten, darunter ein Tischgerät, ein Gerät für die Hosentasche und ein tragbares Gerät. Ein kleines, scheibenförmiges Gerät, das seine Umgebung wahrnimmt und per Sprachmodus mit seinem Besitzer kommuniziert, wird Anfang nächsten Jahres erwartet. Altman bestätigte zudem, dass OpenAI „definitiv“ humanoide Roboter entwickeln wird.
Zur Finanzierung dieser Vorhaben setzt OpenAI auf eine stärkere Produktfokussierung. Ein zentraler Schritt ist die Zusammenführung des Code-Agenten Codex mit ChatGPT im internen Projekt „The Merge“, woraus ChatGPT Work entstand. Dieses Produkt soll agentische KI einem breiten Publikum zugänglich machen, indem es Aufgaben statt nur Fragen bearbeitet. Thibault Sottiaux, der Produktleiter des Projekts, berichtet, dass man „nahe dran“ sei, eine Lösung mit „Persistenz und permanenter Ausführung“ zu veröffentlichen.
Zusätzlich experimentiert OpenAI mit neuen Einnahmequellen. Erste Tests mit Werbung innerhalb von ChatGPT verliefen erfolgreich, sodass das Volumen nun erhöht wird. Laut CFO Sarah Friar könnten diese Einnahmen helfen, die Kosten für die 92 Prozent der ChatGPT-Nutzer zu decken, die kein Abonnement bezahlen. Das Unternehmen testet auch „Sponsored Agents“, ein Format, bei dem Nutzer nach dem Klick auf eine Anzeige in eine von einer Marke gehostete KI-Erfahrung gelangen.
Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: The Decoder.