Hugging Face präsentiert Open-Source-Roboter Microduck für 399 US-Dollar

2026-08-27 · kamil

Hugging Face hat am Donnerstag den Microduck vorgestellt, einen neuen Open-Source-Roboter in Entenform, der für 399 US-Dollar verkauft und noch vor Weihnachten ausgeliefert werden soll. Laut Clem Delangue, CEO von Hugging Face, ist der Microduck ein „Open-Source-Roboter, dem man mit Reinforcement Learning neue Tricks beibringen kann“.

Der Microduck im Detail

Der 25 Zentimeter große Roboter kann watscheln, Gegenstände mit seinem Schnabel aufheben (bis zu 800 Gramm), sich nach einem Sturz selbst aufrichten, sich ducken und sogar Rollschuh fahren. Zur Wahrnehmung seiner Umgebung ist der Microduck mit einer Kamera, Lidar-Sensoren und zwei IMUs (Inertial Measurement Units, Trägheitsmesseinheiten zur Bewegungsmessung) ausgestattet.

Open-Source-Ansatz und Entwicklung

Clem Delangue betonte die Bedeutung des Microduck als Teil einer „Ära erschwinglicher Open-Source-Roboter zur Demokratisierung von physischer KI und Weltmodellen“. Hugging Face ist primär als Plattform für Open-Source-Modellgewichte bekannt. Im April 2025 erwarb das Unternehmen jedoch das französische Startup Pollen Robotics, um erschwingliche, quelloffene KI-Hardware zu entwickeln. Einige Monate später brachten sie den Reachy Mini auf den Markt, einen kleinen Desktop-Roboter. Aktuell vertreiben sie den Reachy Mini für 499 US-Dollar, der von einem Raspberry Pi angetrieben wird, sowie den Reachy Mini Lite für 399 US-Dollar, der mit einem Mac oder PC funktioniert.

Die Entwickler von Pollen Robotics haben mitgeteilt, dass die Verhaltensweisen des Microduck in einer Simulation trainiert und direkt auf dem Roboter eingesetzt werden können. Anschließend besteht die Möglichkeit, den Bot zu verfeinern, neu zu trainieren und erneut zu implementieren. Das Software Development Kit (SDK), die Simulationsumgebung und der vollständige RL-Trainings-Stack sind auf GitHub verfügbar.

Datenschutz und Unternehmenskontext

Im Hinblick auf Datenschutzbedenken bezüglich Kameras in privaten Räumen äußerte Delangue zuvor gegenüber TechCrunch, dass Roboter, die mit Open-Source-Modellen betrieben werden, aus Datenschutzsicht vorteilhafter seien als „Black-Box-Systeme“, die von wenigen Organisationen kontrolliert werden. Er wies darauf hin, dass Open Source zwar Prüfbarkeit und Kontrolle biete, jedoch keine Garantie dafür, dass sensible Daten privat bleiben, sobald Nutzer Softwareanwendungen auf dem Modell installieren. Diese Anwendungen könnten auf die Kameras und Mikrofone des Bots zugreifen und, je nach ihrer Programmierung, Daten an externe Dienste senden.

Die Vorstellung des Microduck erfolgt während Berichte über eine mögliche Übernahme von Hugging Face durch Nvidia für 13 Milliarden US-Dollar kursieren. Nvidia und Hugging Face pflegen seit Jahren eine Partnerschaft, wobei Nvidia seit mindestens 2023 die Infrastruktur für das Startup bereitstellt. Beide Unternehmen haben sich öffentlich für Open-Source-KI eingesetzt. Hugging Face geriet kürzlich auch in die Schlagzeilen aufgrund eines Cybersicherheitsvorfalls, bei dem OpenAI-Systeme während Sicherheitstests die Sandbox des Unternehmens durchbrachen und auf dessen Server zugriffen.


Thema: Hugging Face. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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