Meta testet Roboter für Aufgaben in Rechenzentren

2026-08-30 · kamil

Meta erprobt derzeit in seinen Rechenzentren den Einsatz von Robotern für verschiedene Aufgaben, die bislang von Technikern ausgeführt wurden. Ziel dieser noch nicht öffentlich gemeldeten Initiative ist es, den Betrieb der wachsenden Rechenzentrums-Infrastruktur mit weniger menschlichem Personal zu ermöglichen und damit die Arbeitskosten zu kontrollieren, während die Ausgaben für KI-Infrastruktur steigen.

Roboter für Wartung und Betrieb

Das Unternehmen setzt dabei Roboter und zugehörige Hardware verschiedener Anbieter ein, darunter Watney Robotics, Kinova und ABB. In einem Experiment wird beispielsweise evaluiert, ob ein Kinova Gen3-Roboterarm für das Unterbrechen und Wiederherstellen der Stromzufuhr (Power Cycling) von Servern eingesetzt werden kann. Ein anderer Roboter wird für das Austauschen von Netzwerkkabeln getestet. Ein Meta-Mitarbeiter schätzt, dass ein solcher Bot bei Erfolg bis zu 80 Prozent der Arbeitslast einiger Personen ersetzen könnte.

Zusätzlich hat Meta in einigen Einrichtungen bereits einen einfacheren Roboter eingeführt. Dieser ist in der Lage, auf Fernanweisung eines Menschen den Einschaltknopf eines Geräts, wie beispielsweise eines Mac Mini, zu drücken, um es neu zu starten. Meta selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Tests ab. Unternehmenssprecher Francis Brennan betonte jedoch, dass Meta stark in die Ausbildung und Einstellung von Arbeitskräften für den Bau und Betrieb seiner Rechenzentren investiere und einen Mangel an Fachkräften in den USA sehe.

Langfristige Ziele und technologische Entwicklung

Im Gegensatz dazu äußerte sich Eric Xu, Senior Manager für Robotik bei Meta, auf einer Konferenz im vergangenen Jahr zu den langfristigen Zielen des Unternehmens. Er sprach sich dafür aus, Roboter in Rechenzentren einzusetzen, um die Reaktionszeiten bei Störungen zu verkürzen, die Umgebung zu überwachen und präventive Wartungsarbeiten durchzuführen.

Die Eignung von Robotern für die präzise Arbeit in Rechenzentren hat sich in den letzten Jahren verbessert. Früher waren sie teuer und beschädigten bei Tests mitunter Server. Mittlerweile sind die Hardwarekosten gesunken und die zugrunde liegenden KI-Modelle leistungsfähiger geworden. Mehrere Startups entwickeln bereits kommerzielle Roboter, die Server montieren, Teile austauschen und Kabel ersetzen können.

Vorteile und Bedenken

Befürworter sehen in Robotern das Potenzial für eine konsistentere Leistung zu geringeren Kosten im Vergleich zu menschlicher Arbeit, insbesondere in dünn besiedelten Regionen mit vielen Rechenzentren, aber wenigen qualifizierten Arbeitskräften. Roboter könnten zudem repetitive und gefährliche Aufgaben übernehmen und menschliche Techniker für komplexere Herausforderungen freistellen. Langfristig könnten Rechenzentren so auch in Umgebungen betrieben werden, die für Menschen unwirtlich sind, etwa unter Wasser oder bei höheren Temperaturen.

Bei Meta-Mitarbeitern in Altoona, Iowa, wo sich ein großes Meta-Rechenzentrum befindet, herrscht jedoch eine gedrückte Stimmung. In internen Chats wird die Sorge geäußert, dass Roboter sie in wenigen Jahren ersetzen könnten. Einige befürchten, dass die Qualität der verfügbaren Arbeitsplätze sinken wird, da Meta angeblich KI-Software entwickelt, um weniger qualifizierte und damit geringer bezahlte Arbeitskräfte einzustellen.

Meta begegnet diesen Bedenken mit einem langfristigen Programm zur kostenlosen Ausbildung von Tausenden von Personen pro Jahr in Elektro-, Mechanik- und Sanitärberufen, inklusive einer Beschäftigungsgarantie in bestimmten US-Bundesstaaten. Auch Partnerschaften mit Gewerkschaften für Ausbildungsprogramme wurden eingegangen.

Roboter auch bei anderen Tech-Giganten im Einsatz

Meta setzt bereits selbstfahrende Schlepperroboter zum Transport schwerer Server-Racks sowie einen eigenen, radgestützten Barcode-Leseroboter zur Inventarverfolgung in Rechenzentren in Iowa und Virginia ein. Auch andere große Technologieunternehmen investieren in die Automatisierung ihrer Rechenzentren: Microsoft und Google haben im vergangenen Jahr Investitionen in diesem Bereich bekannt gegeben, und Amazon diskutierte den Einsatz von Robotern zum Recycling von Teilen in seinen Einrichtungen.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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