Eine aktuelle Umfrage von JD Power unter 68.084 Besitzern neuer Fahrzeuge des Modelljahres 2026 zeigt, dass Konsumenten Technologien bevorzugen, die im Hintergrund agieren und das Fahrerlebnis vereinfachen, anstatt aufdringliche Features. Die Untersuchung, die 90 Tage nach dem Fahrzeugkauf stattfand, bewertete 40 verschiedene Automobiltechnologien in Bereichen wie Komfort und Bequemlichkeit, vernetzte Fahrzeuge, Fahrassistenz, Elektrofahrzeuge und intelligente Fahrzeuge.
Unauffällige Technik punktet am meisten
Die Funktionen, die in der JD Power Umfrage die höchste Zufriedenheit erzielten, waren jene, die am unauffälligsten sind. Dazu gehören die intelligente Zündung, bei der das Fahrzeug basierend auf Fahreraktionen automatisch startet und abschaltet, sowie intelligente HVAC-Systeme. Letztere nutzen Künstliche Intelligenz (KI), um die Kabinenumgebung für maximalen Komfort und Effizienz automatisch anzupassen. Die intelligente Zündung erreichte die höchste Gesamtzufriedenheit mit nur 2,4 Problemen pro 100 Fahrzeuge. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass Technologie, die minimale Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert, am besten ankommt.
Im Gegensatz dazu schnitten überflüssige Tech-Funktionen wie Beifahrerbildschirme, zusätzliche Bildschirme im Armaturenbrett vor dem Beifahrer, am schlechtesten ab. Diese Bildschirme, die ursprünglich in Premiummarken wie Mercedes, BMW und Porsche aufkamen, werden von den Besitzern kaum genutzt: Mehr als ein Drittel der Befragten mit einem solchen Bildschirm gab an, ihn nie ausprobiert zu haben, und nur sechs Prozent nutzen ihn bei jeder Fahrt.
Fahrassistenzsysteme: Präferenz für Unterstützung
Auch bei fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen gibt es unterschiedliche Präferenzen. Systeme des Levels 2 Plus, die freihändiges Fahren auf bestimmten Straßen ermöglichen – Beispiele sind Teslas Full Self-Driving, Fords BlueCruise, GMs Super Cruise und Mercedes‘ Drive Pilot –, wurden von den Besitzern weniger positiv bewertet als Level-2-Systeme, die weiterhin erfordern, dass die Hände am Lenkrad bleiben. Obwohl Level-2-Plus-Systeme mit 13,8 Problemen pro 100 Fahrzeuge etwas weniger Störungen aufwiesen als Level-2-Systeme (14,3 Probleme), bevorzugten die Befragten die Level-2-Systeme hinsichtlich Design und Qualität des Erlebnisses. Dies deutet darauf hin, dass ein höherer Automatisierungsgrad nicht zwingend zu mehr Kundenzufriedenheit führt.
Doron Hikry, Director of Customer Success bei JD Power, kommentierte die Ergebnisse: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Besitzer derzeit möglicherweise mit Systemen, die den Fahrer klar unterstützen, wohler sind als mit solchen, die einen größeren Automatisierungsgrad einführen.“
Technologie, die das Fahren vereinfacht
Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass Autofahrer Technologie in ihren Fahrzeugen nicht grundsätzlich ablehnen, solange diese das Fahren nicht komplizierter macht. Dies wird durch individuelle Auszeichnungen für spezifische Funktionen untermauert: Der Cadillac Escalade und der Toyota Tundra wurden für ihre Kameramirrors ausgezeichnet. Weitere prämierte Technologien umfassen Toter-Winkel-Kameras, digitale Schlüssel, One-Pedal-Driving (Ein-Pedal-Fahren bei Elektrofahrzeugen) und EV-Ladeplaner.
„Für Automobilhersteller besteht die Chance darin, Technologien zu priorisieren, die das Fahren einfacher und nicht komplizierter machen“, so Hikry. „Die Funktionen, die echte Probleme lösen, ohne den Fahrer zusätzlich zu belasten oder zu stressen, finden bei den Kunden den größten Anklang.“
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.