Roland, ein bekannter Hersteller von Musikinstrumenten und -equipment, betritt den Bereich der generativen KI-Musik mit seinem neuen Werkzeug namens Melody Flip. Das Produkt ist als Plug-in für digitale Audio-Workstations (DAW) konzipiert und bietet Anwendern die Möglichkeit, musikalische Ideen zu generieren.
Melody Flip unterscheidet sich von umfassenderen KI-Musikgeneratoren wie Suno oder Udio. Es liefert keine vollständig arrangierten Songs mit Gesang, sondern konzentriert sich auf die Bereitstellung einfacher musikalischer Loops und Ideen. Diese sollen als kreativer Impuls dienen, auf dem Musiker und Produzenten aufbauen können.
Funktionsweise und kreative Möglichkeiten
Das Plug-in enthält rund 250 sogenannte „Paletten“. Dabei handelt es sich um thematische Sammlungen musikalischer Ideen, die nach Genres sortiert sind. Nutzer können entweder von Grund auf neue musikalische Elemente generieren lassen, darunter Melodien, Akkordfolgen, Basslines oder Drums, oder eine Referenzspur einspielen. Basierend auf den melodischen Ideen der Referenzspur kann Melody Flip dann weitere musikalische Vorschläge entwickeln.
Die Steuerung der Ausgaben ist bewusst begrenzt. Anstatt detaillierte Textaufforderungen (Text-Prompts) einzugeben, wählen Anwender hauptsächlich das Genre, die Notendichte, das Tempo (BPM) und die Tonart aus. Die Auswahl an Genres ist dabei recht detailliert und reicht von gängigen Stilen wie „80s Disco“ und „90s R&B“ bis hin zu spezifischeren Kategorien wie „Kawaii Future Bass“ und „Anime World“.
Sound und Integration in den Workflow
Die Klangauswahl in Melody Flip besteht primär aus allgemeinen MIDI-Tönen, ähnlich denen aus Videospielen der 90er-Jahre. Dies unterstreicht die Absicht, dass die erzeugten Ausgaben nicht direkt und unverändert verwendet werden sollen. Stattdessen ist der vorgesehene Workflow, die generierten MIDI-Daten aus Melody Flip zu exportieren. Diese können dann in die DAW des Nutzers importiert und dort mit anderen, leistungsfähigeren Synthesizer-Plug-ins und Bearbeitungswerkzeugen weiter manipuliert und verfeinert werden.
Roland hat in den letzten Jahren nach einer Phase, in der das Unternehmen mit seinem Roland Cloud Abonnementdienst Kunden verunsicherte, wieder an Fahrt aufgenommen. Produkte wie der P-6 Creative Sampler, der SH-4d und der Gaia 2 Synthesizer haben dazu beigetragen, Lücken im Produktangebot zu schließen. Auch die Veröffentlichung des TR-1000, eine Hommage an das analoge Erbe des Unternehmens, wurde positiv aufgenommen.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.