Bei den diesjährigen US Open sorgten Content Creator für Irritationen, als sie während eines Tennis-Matches von Naomi Osaka und Anastasia Zakharova durch den exzessiven Einsatz von Ringlichtern und Blitzlicht die Spielerinnen und Zuschauer störten. Parallel dazu wies die United States Tennis Association (USTA) darauf hin, die Anzahl der zugelassenen Influencer, also Personen, die Inhalte für soziale Medien erstellen, von 54 im Vorjahr auf fast 100 in diesem Jahr verdoppelt zu haben.
Störungen bei den US Open
Die genannten Vorfälle, bei denen ein Schiedsrichter das Spiel unterbrechen und die Störenfriede wiederholt zur Ruhe mahnen musste, wurden von der USTA kritisch betrachtet. USTA-Sprecher Brendan McIntyre betonte gegenüber ABC News, dass die während des Matches störenden Influencer nicht von der Organisation akkreditiert waren. Auch zwei Lifestyle-Influencerinnen, Meg Radice und Audrey Jongens, deren Zugang zu den US Open widerrufen wurde, erhielten ihre Akkreditierung nicht direkt von der USTA. Laut McIntyre wurden sie „unsachgemäß über eine von einem Lebensmittelanbieter bereitgestellte Mitarbeiterliste zur Akkreditierung angemeldet“, nachdem sie Bilder ihrer Badges auf Instagram veröffentlicht hatten.
Die Anwesenheit von Content Creatorn dient der Werbung für die Veranstaltung bei einem Publikum, das sonst möglicherweise nicht erreicht würde. Die US Open haben zudem vor 2024 ihre Regeln gelockert: Besucher dürfen nun jederzeit aufstehen, anstatt nur während der Seitenwechsel der Spieler. Es gibt auch speziell ausgewiesene Bereiche nahe den Tennisplätzen für freie Bewegung, was Turnierdirektorin Stacey Allaster als „wichtige Ergänzung des Fanerlebnisses“ beschrieb. Trotz dieser Änderungen sah sich die USTA nach den Vorfällen gezwungen, neue Schilder außerhalb der Stadien anzubringen, die Zuschauer bitten, „bitte auf Blitzlichtfotografie oder andere Beleuchtung zu verzichten“.
Fehlgriff bei Callaway Golf Werbung
Ein weiteres Beispiel für die Risiken der Zusammenarbeit zwischen Marken und Influencern lieferte die Callaway Golf Company. Eine Werbung, die im vergangenen Monat in Zusammenarbeit mit dem YouTube-Kanal Good Good entstand, führte zu Empörung. Das Video, eine Parodie auf „Curry Barker’s Obsession“, zeigte den Good Good-Mitbegründer Garrett Clark, wie er die professionelle Golferin Alexis Miestowski zu Boden stieß, als sie nach seinem Callaway-Driver griff. Viele Kritiker empfanden die Werbung als geschmacklos und verharmlosend gegenüber Gewalt gegen Frauen.
Callaway reagierte mit einer Entschuldigung und beendete die Zusammenarbeit mit Good Good. CEO Chip Brewer räumte ein, dass „Fehler gemacht wurden“ und Callaway das Video vor der Veröffentlichung genehmigt hatte. Er betonte jedoch, dass der Inhalt nicht die Werte des Unternehmens widerspiegele. Der Vorfall zeigte, dass selbst bei einer Freigabe durch die Marke das Endprodukt nicht immer den Erwartungen entspricht oder negative Reaktionen hervorrufen kann.
Implikationen für Marken und Influencer
Die Vorfälle bei den US Open und die umstrittene Callaway-Werbung verdeutlichen die Herausforderungen, die sich aus der zunehmenden Integration von Influencern in die Werbebranche ergeben. Die Ausgaben für Creator-Werbung in den USA werden für 2025 auf 37 Milliarden US-Dollar und bis Ende dieses Jahres auf 44 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Videos der US Open-Störungen verbreiteten sich viral und lösten eine Debatte darüber aus, ob Influencer die besten Kandidaten für exklusive Veranstaltungen sind.
Für Marken bedeutet dies, dass sie das Verhalten von Content Creatorn, die oft darauf ausgerichtet sind, Aufmerksamkeit zu erregen, antizipieren und klare Erwartungen formulieren müssen. Auch wenn Unternehmen von der Reichweite und dem Engagement der Influencer profitieren wollen, ist es entscheidend, dass sie nicht einfach „freie Hand“ lassen, sondern sicherstellen, dass die Inhalte und das Verhalten im Einklang mit den Markenwerten stehen und keine negativen Auswirkungen auf andere oder das Markenimage haben.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.