Suno hat eine neue Generation seiner KI-Musikmodelle, v6, in drei Versionen vorgestellt, die gemeinsam mit Warner Music Group, BMG und Believe entwickelt wurden. Zeitgleich werden alle älteren Modelle eingestellt. Die neuen Modelle sind laut Mikey Shulman, CEO und Mitgründer von Suno, schneller, ausdrucksstärker und von höherer Qualität als ihre Vorgänger.
Neue Modelle und Funktionen
Die v6-Modellreihe umfasst drei Varianten: Das Flaggschiff v6 richtet sich an zahlende Pro- und Premier-Abonnenten und verspricht präzise Musik in allen Genres. Die Version v6-wild ist ebenfalls Abonnenten vorbehalten und für experimentelle Zwecke gedacht, indem sie unvorhersehbare und texturreiche Ergebnisse liefert. Das dritte Modell, v6-mini, steht allen Nutzern kostenlos zur Verfügung und soll schneller und effizienter sein als andere kostenlose Modelle auf Musikplattformen.
Alle drei Modelle können musikalische Bausteine wie Gesang, Instrumentierung, Songstruktur, Stimmung und Referenzen besser verstehen. Eine wesentliche Neuerung ist die Möglichkeit, einzelne Teile eines bestehenden Liedes per Texteingabe zu ändern, ohne den Rest des Titels zu beeinflussen. Nutzer können zudem Songs multimodal aus Text, Audio, Bildern oder Videos generieren oder Mashups aus verschiedenen Quellen kombinieren. Suno hatte zuletzt im März ein v5.5-Update mit einer Stimmklon-Funktion und im September 2025 die v5-Generation veröffentlicht.
Partnerschaften und rechtlicher Kontext
Suno bezeichnet Warner Music Group, BMG und Believe als Co-Entwickler, macht jedoch keine Angaben dazu, welche Musikkataloge oder wie viel Material für das Training verwendet wurden. Suno hatte in der Vergangenheit beantragt, die genaue Größe seiner Trainingsdaten vor Gericht geheim zu halten, um Konkurrenten keine Rückschlüsse auf den Entwicklungsansatz zu ermöglichen.
Die Partnerschaften mit Warner Music lassen sich auf eine Einigung im Rechtsstreit im November 2025 zurückführen, bei der sich Suno zu lizenzierten Nachfolgemodellen verpflichtete. Universal Music ging einen ähnlichen Weg mit Suno-Konkurrent Udio, gefolgt von BMG und Believe im August und Anfang September. Universal und Sony bleiben hingegen Kläger in einem von der RIAA im Juni 2024 koordinierten Verfahren. Im Juli urteilte das Landgericht München I, dass Suno für Urheberrechtsverletzungen haftbar ist, da sechs musikalische Werke reproduzierbar in den Modellen 3.5 und 4 eingebettet waren.
Suno hat bereits im August Schutzmaßnahmen angekündigt, darunter das Entfernen von Künstlernamen aus Trainingsmetadaten, die Überprüfung hochgeladener Audio- und Liedtextdateien auf unbefugte Nutzung sowie eine Richtlinie gegen die Massenverbreitung von Songs auf Streaming-Plattformen.
Geschäftliche Entwicklung und Ausblick
Nach eigenen Angaben haben bisher über 100 Millionen Menschen Songs mit Suno erstellt. Das Unternehmen zählt über zwei Millionen zahlende Abonnenten und erreichte im Februar einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz (Annual Recurring Revenue) von über 300 Millionen US-Dollar. Im Juni sammelte Suno 400 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5,4 Milliarden US-Dollar ein.
Als nächsten Schritt plant Suno Angebote, die auf einzelne Künstler zugeschnitten sind. Künstler sollen selbst entscheiden, ob sie teilnehmen und bei Teilnahme bezahlt werden. Songs, die mit diesen Partnermodellen erstellt werden, sollen künftig über Believe und TuneCore vertrieben werden können.
Thema: Sony. Quelle/Inspiration: The Decoder.