Studie: ‚Nichts zu verbergen‘-Sager spionieren eher auf fremden Geräten

2026-09-15 · kamil

Eine neue Studie des Datenlöschdienstes Incogni, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, zeigt ein überraschendes Verhalten: Personen, die angeben, „nichts zu verbergen“ zu haben, spionieren einer Umfrage zufolge deutlich häufiger heimlich auf den Smartphones oder Laptops anderer Menschen in der Öffentlichkeit.

Die Untersuchung, für die 1.517 erwachsene US-Bürger befragt wurden, beleuchtet Widersprüche im Umgang mit der digitalen Privatsphäre. Sie deutet darauf hin, dass die Aussage „nichts zu verbergen“ oft eine automatische Reaktion sein könnte, die mit dem Gefühl verbunden ist, dass der Wunsch nach Privatsphäre gleichbedeutend mit Geheimniskrämerei oder Schuld ist.

Widersprüchliches Verhalten bei der Privatsphäre

Die Ergebnisse der Studie offenbaren, dass selbst in der Gruppe derer, die „nichts zu verbergen“ angeben, ein erhebliches Bewusstsein für den Schutz der eigenen Daten existiert. So gaben 39 Prozent dieser Befragten an, ihre Gerätekameras physisch abzudecken – eine Praxis, die besonders bei der Generation Z und den Millennials verbreitet ist. Weitere 26 Prozent verschleiern persönliche Informationen bei der Anmeldung für Online-Konten, indem sie beispielsweise falsche Namen, Geburtsdaten oder maskierte E-Mail-Adressen verwenden.

Dieses Verhalten steht im Kontrast zur Bereitschaft, die Geräte anderer auszuspionieren. Es unterstreicht die Komplexität der modernen Privatsphäre-Debatte: Während man für sich selbst Schutzmaßnahmen ergreift, scheint die Hemmschwelle, in die Privatsphäre anderer einzudringen, niedriger zu sein, wenn man selbst keine Geheimnisse zu haben glaubt.

Recht auf Privatsphäre unabhängig von Schuld

Die Studie betont, dass jeder Mensch ein Recht auf Privatsphäre besitzt, das nicht an Schuldgefühle geknüpft sein sollte. Gleichzeitig impliziert die Behauptung, „nichts zu verbergen“ zu haben, kein Recht, die Geräte anderer zu überwachen. Letztlich gibt es für jeden Aspekte, die er lieber privat halten möchte.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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