Anthropic führt KI-Orchestrierung für Claude Code Projekte ein

2026-09-17 · kamil

Anthropic hat die Projektfunktionen in seiner Entwicklungsplattform Claude Code grundlegend überarbeitet. Neu ist eine KI-gesteuerte Orchestrierung, die komplexe Code-Workflows in der Cloud koordiniert. Diese erweiterten Funktionen sind zunächst ausgewählten Abonnenten von Claude Pro und Max vorbehalten, die Cloud-Sessions nutzen und noch keine bestehenden Projekte auf Web oder Desktop haben.

Was die neue Projektfunktion leistet

Die überarbeiteten Projekte in Claude Code sollen die Verwaltung von KI-Coding-Workflows vereinfachen. Claude übernimmt dabei das Scoping von Anfragen, die Delegation von Aufgaben, die Koordination paralleler Threads, die Überprüfung von Ausgaben und die Zusammenstellung des Endergebnisses. Nutzer können den Fortschritt jederzeit steuern, und die Prozesse laufen auch nach dem Schließen des Laptops weiter, da sie in der Cloud ausgeführt werden.

Ein zentrales Element ist die Orchestrierung. Diese Funktion agiert als übergeordnete Koordinationsebene, die über einfache Prompts hinausgeht und die Zusammenarbeit mehrerer Coding-Agenten strukturiert. Dadurch wird die Herausforderung gemeistert, mehrere autonome Agenten zielgerichtet zusammenarbeiten zu lassen.

Kernfunktionen und Vorteile

  • Adressierbare Threads: Jede Diskussion wird zu einer eigenständigen Cloud-Session mit einem eigenen Branch und einer Kopie des Repositorys (einem Verzeichnis zur Versionskontrolle von Quellcode). Der Koordinator leitet Sessions bei Bedarf in bestehende Threads.
  • Interaktive Steuerung: Nutzer können laufende Threads gezielt umleiten und eingreifen, bevor Fehlentwicklungen zu Ende laufen. Dies spart Zeit und Rechenressourcen.
  • Geteilter Arbeitsspeicher: Threads sind voneinander „wissend“. Claude lernt projektspezifische Details und greift auf einen gemeinsamen Speicher zu. Das reduziert den Bedarf an komplexem Prompt Engineering, also der detaillierten Formulierung von Anweisungen für die KI.
  • Repository-übergreifendes Arbeiten: Die neuen Projekte ermöglichen das Arbeiten über mehrere Repositories hinweg und bieten Feedback zur Reihenfolge von Pull Requests, also Anfragen zur Zusammenführung von Codeänderungen.
  • Cloud-Betrieb: Da die Funktionen in der Cloud laufen, können Arbeiten fortgesetzt werden, auch wenn das lokale Gerät ausgeschaltet ist. Anthropic kündigte zudem mobile Check-ins an.

Verfügbarkeit und Ausblick

Die Einführung erfolgt schrittweise. Zunächst profitieren ausgewählte Claude Pro und Max Abonnenten, die Cloud-Sessions nutzen und bisher keine Projekte in Claude Code auf Web oder Desktop eingerichtet haben. Bestehende Projekte von Pro- und Max-Nutzern sollen zu einem späteren Zeitpunkt aktualisiert werden.

Für Entwickler, die lokal oder über die Kommandozeile arbeiten, sind die neuen Funktionen noch nicht verfügbar. Anthropic verspricht jedoch, dass die Ausführung von Threads auf der lokalen Maschine „sehr bald“ möglich sein wird. Das Unternehmen betont, dass die neuen Funktionen eine Ergänzung darstellen und keine negativen Auswirkungen auf die bestehende lokale oder CLI-Funktionalität haben.

Die Threads sind nicht vollständig autonom; der Start erfolgt durch den Nutzer, der die von Claude empfohlenen Threads aktiviert.


Thema: Claude. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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