Die globale Auseinandersetzung um technologische Überlegenheit, oft als „Chipkrieg“ bezeichnet, nimmt eine neue Wendung. Während die Vereinigten Staaten ihre Exportkontrollen gegenüber China verschärfen, um dessen Zugang zu fortschrittlicher Halbleitertechnologie zu beschränken, regt sich in Europa Widerstand gegen Washingtons aggressive Strategie.
Im Zentrum dieser Debatte steht das niederländische Unternehmen ASML, ein weltweit führender Hersteller von Lithografieanlagen – Maschinen, die für die Produktion von Mikrochips unerlässlich sind. Wie ASML-Chef Christophe Fouquet kürzlich betonte, liefert sein Unternehmen China derzeit ausschließlich Tiefen-Ultraviolett-Lithografie-Werkzeuge (DUV). Dabei handelt es sich um Technologien, die bereits vor rund zehn Jahren auf den Markt kamen und nicht die neueste, hochmoderne Extrem-Ultraviolett-Lithografie (EUV) darstellen.
US-Politik und der MATCH Act
Die USA versuchen, Chinas technologische Entwicklung in strategisch wichtigen Sektoren zu verlangsamen. Ein aktueller Gesetzesentwurf, der sogenannte MATCH Act, zielt darauf ab, die Exportbeschränkungen noch weiter auszudehnen. Sollte dieser Entwurf umgesetzt werden, würden selbst die bereits als „älter“ geltenden DUV-Anlagen, die ASML derzeit an chinesische Kunden verkauft, von den Sanktionen betroffen sein.
Europas divergierende Interessen
Europäische Länder und Unternehmen wie ASML haben erhebliche wirtschaftliche Interessen in China. Eine weitere Verschärfung der Exportkontrollen, insbesondere für Technologien, die nicht mehr als „State of the Art“ gelten, könnte die Geschäftsbeziehungen belasten und europäische Unternehmen finanziell beeinträchtigen. Der Widerstand Europas signalisiert eine komplexe Gemengelage aus globalen Handelsbeziehungen, nationalen Wirtschaftsinteressen und dem Wunsch nach technologischer Souveränität, die sich nicht immer mit den strategischen Zielen Washingtons deckt.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.