Tesla hat eine neue Software-Funktion namens „emergency drive away“ implementiert, die es Fahrern ermöglicht, ihre Fahrzeuge während des Ladevorgangs schnell zu verlassen. Diese Entwicklung ist eine direkte Reaktion auf eine Schießerei im August an einer Supercharger-Station in Idaho, bei der vier Menschen ums Leben kamen und sieben verletzt wurden.
Hintergrund der Funktion
Bisher war der Ladestecker bei Tesla-Fahrzeugen während des Ladevorgangs fest im Ladeanschluss verriegelt, und das Fahren war deaktiviert. Um das Fahrzeug in den Fahrmodus zu versetzen, musste das Ladekabel manuell entriegelt und entfernt werden. Nach dem Vorfall in Twin Falls, Idaho, forderten Tesla-Besitzer einen Mechanismus zur schnellen Freigabe in Notfallsituationen.
So funktioniert die neue Notfall-Wegfahrt
Die neue Funktion erlaubt es Fahrzeughaltern, die Ladeverriegelung zu überbrücken. Beim Einlegen eines Fahrmodus wird eine Warnmeldung ausgelöst, die den Fahrer zur Bestätigung der Notfallsituation auffordert. Das Ladekabel bricht dabei ab, und sowohl das Fahrzeug als auch der Ladestecker nehmen Schaden. Tesla betont, dass diese Funktion ausschließlich für Notfälle vorgesehen ist.
Verfügbarkeit und mögliche Konsequenzen
Tesla gab über X bekannt, dass absichtlicher Missbrauch der Funktion zusätzliche Strafen nach sich ziehen wird, ohne diese näher zu spezifizieren. Die Funktion ist derzeit nur in den USA verfügbar.
Obwohl Tesla die Schießerei in seiner Ankündigung nicht explizit erwähnte, ist der Zusammenhang erkennbar. Ein Tesla-Besitzer, der sein Fahrzeug lud, gehörte zu den Verletzten des Vorfalls. Zuvor hatten Drittanbieter wie das Startup EVject im Jahr 2024 eigene Notfalladapter entwickelt, die ein schnelles Wegfahren ermöglichen sollten. Tesla verklagte EVject jedoch wegen möglicher Überhitzungsprobleme, ließ die Klage später im Jahr fallen. EVject besteht weiterhin auf der Sicherheit seines Produkts.
Thema: Tesla. Quelle/Inspiration: The Verge.