Mehr als 15 Jahre nach dem Erfolg von James Camerons „Avatar“ erleben 3D-Filme eine technische Wiedergeburt. Videobrillen, wie die Modelle von Xreal, Apple Vision Pro und die kommenden Meta VR Glasses, ermöglichen ein Seherlebnis, das frühere Einschränkungen überwindet. Streaming-Anbieter und Hardware-Hersteller bereiten sich darauf vor, eine breitere Palette an 3D-Inhalten zur Verfügung zu stellen.
Das Ende alter 3D-Kompromisse
Die frühere 3D-Technologie war oft mit Kompromissen verbunden. Im Kino führten polarisierte Brillen zu einer Halbierung der Auflösung und Helligkeit. Aktive Shutter-Brillen, wie sie auch bei der Nintendo 3DS zum Einsatz kamen, halbierten die Bildwiederholrate oder verursachten Flimmern. Diese Einschränkungen beeinträchtigten das Seherlebnis erheblich und trugen dazu bei, dass 3D-Filme trotz anfänglicher Begeisterung als technischer Misserfolg galten.
Videobrillen bieten volle Auflösung pro Auge
Moderne Videobrillen lösen diese Probleme, indem sie für jedes Auge ein eigenes, volles Bild bereitstellen. Die Xreal One Pro Brille beispielsweise kann unabhängige Ansichten für links- und rechtsseitige (SBS 3D) Inhalte liefern, was eine volle 1080p-Auflösung pro Auge ermöglicht. Auch populäre Videoplayer-Apps für VR-Headsets wie Meta Quest und Steam Frame bieten SBS 3D-Funktionen. Geräte wie die Apple Vision Pro und die kommenden Meta VR Glasses unterstützen zudem das native Streaming von 3D-Filmen.
Ein immersiveres Seherlebnis
Die verbesserte Technologie verändert das Seherlebnis grundlegend. Filme wie „Moana“, „Gravity“, „Tron: Legacy“ oder „Pacific Rim“ gewinnen an Tiefe und Immersion. Wasser in „Moana“ wirkt nicht mehr wie eine flache Wand, sondern als lebendiger Ozean. Holografische Anzeigen in „Avatar“ oder Cockpits und Helme in „Mad Max: Fury Road“ zeigen detaillierte dreidimensionale Ebenen und Reflexionen. Selbst Werner Herzogs 3D-Dokumentation „Die Höhle der vergessenen Träume“ offenbart, wie die 32.000 Jahre alten Höhlenmalereien durch ihre dreidimensionale Leinwand erst richtig zur Geltung kommen.
Herausforderungen bei der Content-Verfügbarkeit
Trotz der verbesserten Hardware bleibt die Verfügbarkeit von 3D-Inhalten eine Herausforderung. Viele Live-Action-Filme wurden in den letzten Jahren nicht mit Zwillingskameras gedreht, und schlecht konvertierte 3D-Filme können einen „Billboard-Effekt“ erzeugen, bei dem Objekte wie flache Ebenen erscheinen. Zudem unterstützen 4K-Blu-rays keine 3D-Inhalte, und 3D-Blu-rays sind oft nur in 1080p, 24fps und ohne HDR erhältlich. Das Auffinden dieser physischen Medien kann schwierig und teuer sein.
Zukunft des 3D-Streamings
Die Branche reagiert jedoch auf diese Defizite. Führende Headset-Hersteller überzeugen Hollywood zunehmend vom Streaming ihrer 3D-Kollektionen. Die Apple Vision Pro startete 2024 mit einer umfangreichen 3D-Filmerfahrung, die 4K-Auflösung, HDR, Raumklang und bei einigen Filmen 48 Bilder pro Sekunde bietet. Sie umfasst zudem einen großen Katalog an 3D-Filmen auf Disney Plus, inklusive kostenloser 3D-Upgrades für viele bereits in 2D gekaufte Titel.
Meta plant ebenfalls, 3D-Filme für Abonnenten von Disney Plus, HBO, Paramount Plus und Peacock über seine Headsets Meta Quest 3S, Quest 3 und die neuen Meta VR Glasses anzubieten, teilweise ab Herbst. Bis zum Frühjahr sollen Hunderte von 3D-Filmen über Metas TV-App zum Ausleihen oder Kaufen verfügbar sein, zu Preisen, die denen von 2D Ultra High Definition (UHD) Filmen entsprechen.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.