Mac-App in elf Tagen mit KI entwickelt: Ohne Code zur Veröffentlichung

2026-10-05 · kamil

Ein Entwickler hat eine kostenpflichtige Mac-App für macOS namens „Icon Gallery ’97: 30th Anniversary Edition“ innerhalb von elf Tagen von der ersten Idee bis zur Freigabe im Apple App Store gebracht. Der gesamte Entwicklungsprozess erfolgte unter Einsatz der künstlichen Intelligenz Claude, wobei der Autor eigenen Angaben zufolge keine einzige Zeile Code selbst schrieb.

Von der alten Icon-Sammlung zur App-Idee

Die Grundlage für die App bildete eine 30 Jahre alte Sammlung von über 2.000 Icons im Macromedia Director-Format, die der Entwickler bei Aufräumarbeiten entdeckte. Diese Icons stammten ursprünglich aus seinem früheren Produkt „Icon Gallery“ von 1997. Am 2. September wurde die KI Claude erstmals eingesetzt, um diese veraltete Director-Datei zu verarbeiten. Claude extrahierte die Icons in nur vier Minuten in über 2.000 einzelne PNG-Dateien und organisierte sie in Themenordnern, wobei weiße Randpixel transparent gemacht wurden.

18 Tage später, am 20. September, entstand die Idee, eine App zu entwickeln, die das Durchsuchen und Skalieren dieser Icons ermöglicht. Dies war der Startschuss für die Entwicklung von „Icon Gallery ’97“.

KI-gesteuerte Entwicklung in Rekordzeit

Für die Umsetzung nutzte der Entwickler sowohl Claude Desktop für strategische Absprachen als auch Claude Code für die eigentliche App-Erstellung. Innerhalb weniger Stunden entstand eine funktionierende Mac-App, die die Icon-Bibliothek durchsuchen und Icons von 32×32 Pixel bis 1.024×1.024 Pixel perfekt skaliert ausgeben konnte.

Die KI gab auch Empfehlungen für die Produktgestaltung, darunter den Namen „Icon Gallery ’97: 30th Anniversary Edition“, um den Retro-Charakter der handerstellten Icons hervorzuheben. Weitere von Claude vorgeschlagene Funktionen umfassten eine Einfärbefunktion, Sammlungen und Favoriten. Auf Anregung von Freunden und der Ehefrau wurden zudem Exportfunktionen für Slack-Emojis und das einfache Ziehen in Textnachrichten integriert. Auch eine iCloud-Synchronisation für die Nutzung auf mehreren Macs wurde hinzugefügt.

Intensive Zusammenarbeit mit der KI

Der Entwicklungsprozess, oft als „Vibe Coding“ bezeichnet, war keine einmalige Anweisung. Der Entwickler gab Claude Code über einen Zeitraum von vier Tagen, in denen er aktiv interagierte, insgesamt 502 einzelne Anweisungen. Diese Tage waren nicht vollzeitlich der App-Entwicklung gewidmet, sondern fanden neben anderen beruflichen und privaten Verpflichtungen statt. Der Entwickler beschreibt seine Herangehensweise als die eines „arbeitenden Partners“ im Chatverlauf mit der KI.

Herausforderungen und Lösungen

Während der Entwicklung wurden auch Fragen der Monetarisierung und Sicherheit adressiert. Claude riet beispielsweise davon ab, Rückerstattungen zu bekämpfen. Eine wichtige Sicherheitslücke wurde ebenfalls entdeckt: Die Icons lagen zunächst als lose PNG-Dateien in der App vor, wodurch Nutzer der kostenlosen Version Zugriff auf die gesamte Sammlung gehabt hätten. Als Lösung wurden die Icons verschlüsselt und die App mit einer einzigen, verschleierten Datei ausgeliefert.

Die fertige App wurde am 27. September bei Apple eingereicht und vier Tage später, am 1. Oktober, akzeptiert und im App Store veröffentlicht.


Thema: Claude. Quelle/Inspiration: ZDNet.

← Zurück zu Aktuelles

Ähnliche Artikel