Meta und Microsoft kürzen Nutzung von Anthropic Claude stark

2026-10-06 · kamil

Meta und Microsoft, zwei der größten Unternehmenskunden von Anthropic, reduzieren ihre interne Nutzung des KI-Modells Claude erheblich. Microsoft kürzte das monatliche Pro-Mitarbeiter-Budget in seiner Cloud-Sparte von 100.000 auf 10.000 US-Dollar, während Meta die Zahl der Nutzer von Claude Code halbierte.

Reduzierung bei Microsoft

Microsofts geplante jährliche Ausgaben für Claude wurden laut Berichten von The Information auf über eine Milliarde US-Dollar geschätzt. Führungskräfte wie Scott Guthrie und Jay Parikh wiesen die Mitarbeiter an, stattdessen hauseigene KI-Tools wie GitHub Copilot – ein KI-Programmierassistent – und Modelle von OpenAI zu nutzen. Die Gesamtausgaben wurden um mehr als ein Drittel gesenkt, wobei das monatliche Budget pro Mitarbeiter in der Cloud-Division von 100.000 US-Dollar auf rund 10.000 US-Dollar fiel.

Metas Strategiewechsel

Bei Meta sank die Zahl der Nutzer von Claude Code, einem KI-Tool für Softwareentwicklung, von etwa 60.000 auf 30.000. Dies ist teilweise auf Entlassungen zurückzuführen, aber auch darauf, dass Meta eigene Tools wie Muse Code und MetaCode fördert. In einem Zeitraum von 28 Tagen gab Meta über 105 Millionen US-Dollar allein für Claude Code aus. Bereits im Juni hatte Meta Maßnahmen zur Senkung der KI-Kosten eingeführt.

Gründe für den Kurswechsel

Neben Kosteneinsparungen spielen strategische Überlegungen eine Rolle. Meta hat wenig Anreiz, Anthropic weiterhin zu finanzieren, wenn es selbst konkurrierende Produkte vertreiben möchte. Berichten zufolge wollte Meta auch den Zugriff von Anthropic auf eigene Trainingsdaten beschränken. Auch Microsoft sieht Handlungsbedarf, da Anthropic mit Modellen wie Claude Cowork und ChatGPT Work zunehmend in den Bereich von Bürosoftware-Alternativen vordringt und somit zu einem direkten Konkurrenten wird. Das schnelle Wachstum von Anthropic stellt für etablierte Unternehmen eine Herausforderung dar.


Thema: Anthropic. Quelle/Inspiration: The Decoder.

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