Nvidia hat im Juni 2026 sein Halos-Sicherheitssystem für die Robotik erweitert. Diese Lösung baut auf der Version für autonome Fahrzeuge auf, die 2025 eingeführt wurde, und zielt darauf ab, die sichere Bereitstellung autonomer mobiler Roboter in Lagern, humanoider Roboter in Fabriken und sogar chirurgischer Roboter zu ermöglichen. Laut Jensen Huang, CEO von Nvidia, generiert das Geschäft mit physischer Künstlicher Intelligenz (KI) bereits fast 10 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, ein Wert, der im März 2026 genannt wurde.
Kontext und Expansion von Halos
Obwohl Investoren hauptsächlich auf KI-Rechenzentren setzen, hat Nvidia Milliarden in physische KI-Technologien wie Robotik und selbstfahrende Autos investiert. Ein Kernstück dieser Strategie ist die Entwicklung eines umfassenden Sicherheitssystems, das Unternehmen als Grundlage nutzen können, um das Risiko von Personenschäden durch ihre Maschinen zu minimieren. Amit Goel, Leiter des Robotics Ecosystem and Edge Computing bei Nvidia, erklärte: „Die KI-Modelle werden leistungsfähiger, die Roboterhardware wird leistungsfähiger, und ein Engpass, den wir als Nächstes erwarteten, ist die Sicherheit. Deshalb haben wir Halos für Robotik eingeführt, um das Potenzial dieser Systeme freizusetzen.“ Nvidia hat zudem direkt in mehrere Robotikunternehmen investiert, darunter die Hersteller humanoider Roboter Agility Robotics und Figure AI, sowie in Unternehmen, die Robotik-Grundlagenmodelle entwickeln. Eine Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Unitree zielt auf die Bereitstellung eines offenen Referenzdesigns für humanoide Roboter für Forscher ab.
Aufbau des Sicherheitssystems
Nvidias vollständiges Sicherheitssystem für die Robotik umfasst sowohl Hard- als auch Softwarekomponenten. Auf Hardwareseite kommt das Nvidia IGX Thor Computing Modul für Robotik und Industrieanwendungen zum Einsatz, das über einen unabhängigen Prozessor für sicherheitsrelevante Arbeitslasten verfügt. Goel betonte, dass in physischer KI Funktions- und Sicherheitssystem auf demselben Silizium laufen müssen. Softwareseitig wurde das Halos-Betriebssystem entwickelt, um jeden Hardwareblock und jede Softwarebibliothek kontinuierlich zu überwachen und Fehler schnell zu erkennen. Das System isoliert zudem sicherheitskritische Rechenlasten, um potenzielle Interferenzen zu vermeiden. Ergänzend dazu ermöglicht die Nvidia Holoscan Sensor Bridge eine Verbindung von Sensordaten mit sicherheitsbezogener Computerverarbeitung, um korrumpierte Daten leicht zu identifizieren. Das Halos-Paket beinhaltet auch Simulationswerkzeuge für das Testen von Robotern in virtuellen Umgebungen sowie ein Inspektionslaborprogramm, das Partnern schnelles Feedback zu Sicherheitsartefakten während der Roboterentwicklung bietet.
Anpassung an vielfältige Robotik-Anwendungen
Die Übertragung von Nvidia Halos von autonomen Fahrzeugen auf die Robotik erforderte eine Anpassung an unterschiedliche Sicherheitsdefinitionen. Während die funktionale Sicherheit im autonomen Fahren branchen- und länderübergreifend relativ einheitlich ist, variieren die Sicherheitsanforderungen stark zwischen einem Staubsaugerroboter und einem Gabelstaplerroboter, der schwere Lasten bewegt. Nvidia musste eine programmierbare Plattform entwickeln, die Entwicklern die Möglichkeit bietet, benutzerdefinierte Sicherheitsfunktionen zu definieren, ohne die zugrunde liegende Infrastruktur zu beeinträchtigen. Solche individuellen Sicherheitsfunktionen sind notwendig, da Roboter in komplexen, unstrukturierten Umgebungen operieren, in denen sich unvorhergesehene Situationen ergeben können.
Frühe Implementierungen und Partner
Das US-Startup Agility Robotics hat als erstes Unternehmen Nvidia Halos in seinen neuesten humanoiden Roboter Digit 5 integriert. Dies ermöglicht es dem Roboter, sicher in der Nähe von Menschen zu arbeiten, ohne isolierte Arbeitsstationen oder physische Barrieren zu benötigen. Die Sicherheit geht nun mit dem Roboter, wohin er auch geht, was den Einsatz in Fabriken oder Lagern flexibler macht. Auch das in Massachusetts ansässige Robotikunternehmen Boston Dynamics ist ein früher Partner im Halos-Sicherheitsakkreditierungsprogramm und konzentriert sich auf eine Sicherheitsplattform für seine Spot-Roboterhunde, Stretch-Roboter und Atlas-Humanoiden, die bis 2028 in Hyundai-Automobilfabriken eingesetzt werden könnten. Weitere Unternehmen, die Nvidia Halos integrieren, sind die deutsche KION Group mit ihren selbstfahrenden Gabelstaplern und die südkoreanische Firma LG, die einen humanoiden Roboter auf Basis von Nvidias IAI-Grundlagenmodell Isaac GROOT entwickelt.
Zukunftsausblick
Es bleibt abzuwarten, ob humanoide Roboter zu autonomen, universellen Arbeitskräften werden können, die praktisch jede menschliche Aufgabe bewältigen. Der aktuelle Vorstoß der USA, Chinas und Europas, mehr Roboter einzusetzen, geht jedoch weit über Humanoide hinaus und stellt Roboter in vielen neuen Umgebungen auf die Probe. Goel betonte, dass in der neuen Ära der Robotik mit verallgemeinerter Körperlichkeit und Fähigkeiten die Verbesserung der Sicherheit unerlässlich ist, damit Roboter mehrere Aufgaben in verschiedenen Umgebungen ausführen können.
Thema: Nvidia. Quelle/Inspiration: Ars Technica.