Hollywood-Star Ben Affleck sorgt derzeit mit seinem umfassenden Wissen über Künstliche Intelligenz für Aufsehen. Der Schauspieler, der Anfang dieses Jahres sein KI-Filmmaking-Startup an Netflix veräußerte, demonstrierte in jüngsten Interviews ein tiefes Verständnis für Technologien wie neuronale Netze, Transformer und maschinelles Lernen.
Afflecks Weg in die KI-Welt
Affleck erklärte in der GQ-Reihe „One More Question“, dass sein Interesse an Computern bereits in jungen Jahren begann. Seine Faszination für Technologie vertiefte sich, als die Filmproduktion vom analogen zum digitalen Format wechselte. Er hob hervor, dass Arbeitsabläufe in visuellen Effekten (VFX) seit Langem maschinelles Lernen integrieren.
Der Schauspieler gab an, grundlegende Python-Skripte schreiben zu können und erläuterte komplexe Konzepte wie konvolutionale neuronale Netze – eine Vorstufe der heutigen Transformatoren. Diese werden für Aufgaben wie die Analyse von Tensoren verwendet, die eine numerische Darstellung visueller Bilder sind und Daten wie Frame-Nummern oder RGB-Werte von Pixeln enthalten.
Neuronale Netze nutzte er auch zur Mustererkennung, Kantenerkennung und Merkmalsextraktion, beispielsweise um Objekte wie Fenstergesimse zu identifizieren und so das Entfernen von Green-Screen-Hintergründen zu erleichtern.
Startup-Verkauf und ethische Datensätze
Affleck nutzte seinen Status, um Einblicke in aufkommende KI-Technologien zu erhalten, darunter Besuche bei OpenAI. Dies führte zur Gründung seines eigenen Startups, das er später an Netflix verkaufte. Der kolportierte Verkaufspreis von 587 Millionen US-Dollar sei laut Affleck nicht korrekt, da er nicht Alleineigentümer des Unternehmens war.
Sein Ziel war es, KI ethisch und in Zusammenarbeit mit Künstlern einzusetzen. Dafür investierte er in die Erstellung eines eigenen Datensatzes. Über etwa acht Monate hinweg filmte er mit umfangreicher Ausrüstung, um einen spezifischen Datensatz zu generieren. Dieser diente als spätes Training für offene Modelle, um diskrete Aufgaben zu lösen und Wert zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf Lizenzrechte und Ähnlichkeiten im Filmbereich.
Anwendung in der Filmproduktion und Bedenken
Auf der Screentime 2026 Konferenz von Bloomberg erläuterte Affleck, wie er KI-Modelle durch Fine-Tuning verbessert. Dabei werden Open-Source-Modelle verwendet, deren Gewichte „aufgetaut“ und anschließend auf spezifische filmische Standards trainiert werden. Diese Methode ermöglicht es Filmemachern, von den Vorteilen der KI zu profitieren, während sie ihre proprietären Werke schützen und maßgeschneiderte Modelle für ihre Projekte entwickeln.
Die Technik kam bereits in Afflecks Film „Animals“ in der Postproduktion zum Einsatz.
Hinsichtlich der Risiken von Künstlicher Intelligenz äußerte sich Affleck rational. Er macht sich Sorgen um den verantwortungsvollen Gebrauch der Technologie, um den Anstieg der „A“-Noten an Hochschulen und um das Phänomen der „erlernten Hilflosigkeit“. Das Szenario eines „Skynet“ oder einer vollständigen Übernahme der Filmbranche hält er für unwahrscheinlich; stattdessen sieht er KI als eine wertvolle Ergänzung.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.