Ein Ingenieur von OpenAI, Abdulrahman Alfozan, 35 Jahre alt und saudischer Staatsangehöriger, ist festgenommen worden. Dies erfolgte, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben ein „ausgeklügeltes Aufnahmegerät“ in einem seiner Büros entdeckt hatte. Das US-Justizministerium wirft Alfozan vor, ein Gerät zur Abhörung mündlicher Kommunikation verwendet oder versucht zu haben, ein solches zu nutzen.
Entdeckung durch Künstliche Intelligenz
OpenAI gab bekannt, dass es seine Künstliche Intelligenz-Modelle (KI-Modelle) einsetzte, um das Gerät zu analysieren und dessen Herkunft zu ermitteln. Dadurch konnte identifiziert werden, dass ein spezifischer Mitarbeiter das Gerät einige Tage zuvor platziert hatte. Nach der Entdeckung wurde der Vorfall dem FBI gemeldet, und Alfozan wurde am Freitag festgenommen. Am Dienstag erschien er erstmals vor einem Bundesgericht und befindet sich seit seiner Festnahme in Haft.
Details zum Vorfall
Das Aufnahmegerät wurde offenbar in einem USB-Port eines Fernsehers in einem Konferenzraum für Führungskräfte entdeckt. In diesem Raum finden häufig Besprechungen über „hochvertrauliche technische, kommerzielle und strategische Informationen“ statt. Das Gerät war in Toilettenpapier eingewickelt und wurde laut Justizministerium am oder um den 28. September installiert. Die Inhalte des Geräts waren verschlüsselt.
Abdulrahman Alfozan hatte keinen Zugang zu diesem Konferenzraum. Überwachungsbilder (CCTV-Aufnahmen) sollen ihn jedoch an mehreren Tagen vor der Entdeckung des Geräts in der Nähe des Raumes zeigen. Die Staatsanwaltschaft behauptet zudem, die Aufnahmen zeigten Alfozan, wie er hinter den Fernseher blickte, wo das Gerät installiert war.
Weitere Funde und Konsequenzen
Die Sicherheitsabteilung von OpenAI entdeckte zudem eine von Alfozan in einem anderen Raum des Büros zurückgelassene Tasche. Darin befanden sich sein Portemonnaie, sein Ausweis und ein weiteres Aufnahmegerät.
OpenAI hat den Mitarbeiter entlassen und den Vorfall an das FBI weitergeleitet. Das Unternehmen betonte, es gäbe derzeit keine Hinweise darauf, dass dieser Mitarbeiter unangemessen auf Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen oder diese entwendet habe. OpenAI erklärte, dass sein Sicherheitsprogramm darauf ausgelegt sei, sich gegen eine Vielzahl von Bedrohungen zu schützen, und dieser Fall ein Beispiel dafür sei, wie KI bei der Bewältigung solcher anspruchsvollen Sicherheitsbedrohungen helfen könne.
Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: The Verge.