Nvidias neuer Arm-basierter Prozessor, der RTX Spark N1X, ist ab sofort in hochpreisigen Windows-Laptops von sechs verschiedenen Herstellern erhältlich. Erste umfassende Tests von drei Journalisten an insgesamt fünf Geräten deuten auf eine starke Leistung für lokale KI-Modelle und Gaming hin. Die getesteten Modelle bewegen sich in einem Preissegment von 2.599,99 US-Dollar bis 6.999,99 US-Dollar.
Details zum RTX Spark N1X und verfügbare Modelle
Der RTX Spark N1X ist ein Arm-basierter System-on-a-Chip (SoC), der für Hochleistungs-Laptops und kleine Desktop-Computer konzipiert wurde. Er tritt in direkte Konkurrenz zu Chips von Apple, Intel, AMD und Qualcomm. Der Prozessor integriert Nvidias RTX Blackwell-Grafik und verfügt über eine hohe Anzahl von Rechenkernen sowie ausreichend vereinheitlichten Speicher, um anspruchsvolle lokale KI-Anwendungen auszuführen.
Die getesteten Laptops umfassten unter anderem das Microsoft Surface Laptop Ultra mit beeindruckenden 128 GB vereinheitlichtem Speicher, eine 64-GB- und eine 128-GB-Version des Asus ProArt P16, ein Lenovo Yoga 9n 2-in-1 mit 64 GB sowie ein HP OmniBook Ultra mit 32 GB. Alle diese Geräte nutzen eine N1X-Chip-Variante mit 20 CPU-Kernen und 6.144 GPU-CUDA-Kernen. Günstigere Konfigurationen mit 18 CPU-Kernen und 5.120 CUDA-Kernen sind ebenfalls erhältlich, beispielsweise im Surface Laptop Ultra oder Asus ProArt P14 mit 24 GB RAM.
Die Zielgruppe für diese leistungsstarken und kostspieligen Laptops sind Entwickler, Programmierer, Content Creator, Anwender von lokaler KI und Gamer, die Nvidias neueste Technologien wie DLSS 5 nutzen möchten.
Verbesserte Windows-on-Arm-Erfahrung
Die Tester stellten fest, dass die Windows-on-Arm-Plattform im Vergleich zu früheren Jahren deutlich an Reife gewonnen hat. Dies ist maßgeblich auf die Entwicklung nativer Arm-basierter Anwendungen und Microsofts Prism-Emulationsschicht für x86-Anwendungen zurückzuführen. Viele gängige Programme, darunter Adobe Photoshop und Premiere, sind bereits nativ verfügbar. Auch x86-Anwendungen wie Lightroom Classic liefen in den Tests weitgehend problemlos.
Gelegentliche kleinere Schwierigkeiten wurden berichtet, wie längere Ladezeiten bei manchen Apps oder Darstellungsfehler bei Alt-Tab-Wechseln und der Nichtbeachtung des Dark-Mode-Systems. Insgesamt funktionierte die Mehrheit der täglich genutzten Anwendungen jedoch ohne nennenswerte Komplikationen, sodass die Unterscheidung zwischen nativen Arm- und emulierten x86-Apps im Alltag kaum noch auffiel.
Gaming-Performance: Eine neue Ära für Windows-on-Arm?
Die RTX Spark N1X-Laptops zeigen, dass Windows-on-Arm nun auch eine ernstzunehmende Gaming-Plattform sein kann. Obwohl native Arm-Spiele noch selten sind, ermöglicht die leistungsstarke Nvidia-GPU eine gute Performance durch die Emulationsschicht. Bei mittleren Einstellungen, 1440p-Auflösung und aktiviertem DLSS Performance-Modus konnten in den meisten Titeln stabile 60 Bilder pro Sekunde erreicht werden.
- Black Myth: Wukong erreichte durchschnittlich 70 fps bei nativer Auflösung (3270 x 2180) mit mittleren Einstellungen und DLSS Performance.
- Cyberpunk 2077 lief mit durchschnittlich 66 fps unter ähnlichen Bedingungen.
- Forza Horizon 6 erzielte durchschnittlich 57 fps.
Titel wie Returnal (60 fps bei 1440p, hohe Einstellungen) und Shadow of the Tomb Raider (native 1800p, höchste Spezifikationen) liefen ebenfalls flüssig. Allerdings zeigte sich, dass die CPU des N1X-Chips in einigen Spielen, insbesondere bei vielen Objekten auf dem Bildschirm wie in Helldivers 2 oder in CPU-lastigen Titeln wie Star Wars Zero Company, einen Engpass darstellen kann. Dort sank die Bildrate trotz DLSS-Upscaling teils deutlich unter 60 fps. Insgesamt wird die Gaming-Leistung als vergleichbar mit einem MacBook Pro und mehr als ausreichend für mobiles Spielen beschrieben, erreicht aber nicht das Niveau dedizierter Gaming-Laptops.
Thema: Microsoft. Quelle/Inspiration: The Verge.