Meta Muse: Sharing-Funktion wegen Datenschutzbedenken gestoppt

2026-10-20 · kamil

Meta hat die Sharing-Funktion ihres KI-Assistenten Muse vorübergehend ausgesetzt. Dies geschieht als Reaktion auf einen Bericht von Sicherheitsforschern des Unternehmens Claroc, die am Montag aufdeckten, dass private Nutzerkonversationen über leicht auffindbare Web-Links öffentlich zugänglich waren. Meta erklärte, die Funktion werde überprüft und mögliche Änderungen würden erwogen.

Details zur Sicherheitslücke

Muse, Metas neuer universeller KI-Agent, ermöglichte das Teilen von Suchanfragen, Konversationen und Bildern über einzigartige URLs. Solche Links enthalten üblicherweise lange, schwer zu erratende Zeichenfolgen, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Trotz früherer Zusicherungen von Meta-CEO Mark Zuckerberg, Muse sei „von Grund auf für Datenschutz und Sicherheit entwickelt“, machte eine zentrale Designentscheidung die Links leicht auffindbar.

Claroc-Forscher konnten 6.800 von Nutzern erstellte Links identifizieren. Beim Öffnen einiger hundert dieser Links fanden sie sensible Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, darunter persönliche oder geschäftliche Geheimnisse. Die Entdeckung sei mit einer einzigen Abfrage möglich gewesen.

Technische Hintergründe und Metas Reaktion

Die leichte Auffindbarkeit der URLs resultierte aus der Verwendung einer einheitlichen Domain (cf.metaaiusercontent.com) und der Platzierung des Konversationstitels im Subdomain-Bereich des Links. Beispiele hierfür sind home-sale-budget-9f21c8a3.cf.metaaiusercontent.com oder q3-revenue-review-7b1e42f0.cf.metaaiusercontent.com.

Diese Struktur ermöglichte es, die Links über eine passive DNS-Suche zu entdecken. Eine passive DNS-Suche speichert historische Informationen über Domainnamen, einschließlich deren Auflösung zu IP-Adressen sowie Nameserver- und Mailserver-Einträge über die Zeit. Diese Daten werden von Überwachungssystemen gesammelt und sind über kommerzielle Dienste zugänglich. Claroc bezeichnet diese als „GhostShares“: Seiten, die von Personen gefunden werden können, denen der Link nie direkt übermittelt wurde.

Meta teilte mit, das Unternehmen habe ein Bug-Bounty-Programm für Muse eingerichtet, um solche Szenarien zu identifizieren. Man habe die Funktionalität pausiert, um den Bericht zu prüfen und Änderungen an der Auffindbarkeit der Links vorzunehmen. Asaf Aprozper, Mitbegründer und CTO von Claroc, gab an, seine Erkenntnisse bereits am 8. Oktober über Metas Bug-Bounty-Programm und LinkedIn gemeldet zu haben, jedoch ohne eine Antwort zu erhalten.

Muse war zuvor bereits im Fokus von Sicherheitsbedenken: Drei Wochen nach der Einführung entdeckte der macOS-Sicherheitsexperte Patrick Wardle eine Zero-Day-Schwachstelle, die es anderen Apps auf demselben Gerät ermöglichte, die Kontrolle über das Muse-Konto eines Nutzers zu übernehmen. Meta spielte die Schwere damals herunter, obwohl ein einfacher „ClickFix“-Angriff für eine Übernahme ausreichte. Muse benötigt umfassenden Zugriff auf Nutzerkonten, um seine Funktionen wie das Ausfüllen von Formularen oder das Buchen von Terminen auszuführen.

Mit der Aussetzung der Sharing-Funktion ist diese spezifische Bedrohung für Muse-Nutzer vorerst gebannt.


Thema: Meta. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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