Die nationale Straßenverkehrssicherheitsbehörde der USA (NHTSA) hat Änderungen an den „Federal Motor Vehicle Safety Standards“ (FMVSS) vorgeschlagen, insbesondere an der Vorschrift Nr. 108. Ziel ist es, autonome Fahrzeuge in das Regelwerk zu integrieren und deren Kommunikation mit der Umwelt zu standardisieren. Eine zentrale Neuerung ist die Einführung von zyanfarbenen Markierungsleuchten, die signalisieren sollen, dass ein Fahrzeug im autonomen Modus unterwegs ist und kein Mensch am Steuer sitzt.
Standardisierung der Kennzeichnung
Nach jahrelangen Diskussionen über die beste Methode zur Kennzeichnung fahrerloser Autos – von blinkendem Text über Audiohinweise bis hin zu speziellen Lichtern – hat die NHTSA nun einen konkreten Vorschlag unterbreitet: zyanfarbene Lichter. Diese sollen Strafverfolgungsbehörden und anderen Verkehrsteilnehmern klar und konsistent anzeigen, wenn ein automatisiertes Fahrsystem das Fahrzeug steuert.
Die Wahl der Farbe Zyan ist strategisch. Bereits etablierte Farben wie Rot, Gelb, Weiß sowie blinkendes Blau und Rot werden für Bremslichter, Blinker, Scheinwerfer und Einsatzfahrzeuge genutzt. Zyan könnte somit eine visuelle Lücke füllen und Verwechslungen vermeiden. Obwohl die Markierungsleuchten für Hersteller optional sein sollen, möchte die NHTSA durch die Schaffung offizieller Bundesstandards für Farbe, Helligkeit und Position sicherstellen, dass deren Anwendung landesweit einheitlich erfolgt.
Ein Präzedenzfall existierte bereits auf Landesebene, als Mercedes-Benz für seine Level-3-Fahrzeuge mit „Drive Pilot“ eine Genehmigung für türkisfarbene Lichter erhielt, auch wenn der Hersteller dieses System später zugunsten eines Level-2++-Systems einstellte. Die NHTSA strebt nun einen nationalen Standard an, der von Robotaxi-Betreibern wie Waymo, Nuro und Zoox sowie von Automobilherstellern wie GM und Mercedes einheitlich übernommen werden kann.
Anpassung von Vorschriften an autonome Systeme
Neben der Einführung der Zyan-Lichter schlägt die NHTSA auch die Abschaffung bestimmter Beleuchtungsanforderungen vor, die für fahrerlose Fahrzeuge ohne menschlichen Fahrer keinen Sinn ergeben. Dazu gehören physische Warnblinkschalter, manuelle Abblendlichtschalter und Blinkerhebel im Fahrzeuginneren. Die Behörde plant, diese Anforderungen zu streichen.
Des Weiteren soll der 12,8-Volt-Prüfstandard aktualisiert werden, um Herstellern die Entwicklung moderner LED-Architekturen zu erleichtern. Auch die Vorschriften bezüglich der Anordnung von Fern- und Abblendlicht – ob das Fernlicht über oder unter dem Abblendlicht sitzen muss – werden von der NHTSA überprüft.
Diese Aktualisierungen sind Teil einer umfassenderen Initiative des Verkehrsministeriums, den Einsatz autonomer Fahrzeuge zu vereinfachen. Das Ziel ist es, Herstellern den Bau von Fahrzeugen ohne traditionelle Bedienelemente wie Lenkrad und Pedale zu erleichtern, die für den Betrieb durch menschliche Fahrer konzipiert sind.
Gleichzeitig betonen die Regulierungsbehörden die fortgesetzte Durchsetzung bestehender Vorschriften. So hat die NHTSA kürzlich eine Untersuchung des Tesla Cybercab eingeleitet. Dabei wird geprüft, welche Prozesse und technischen Daten Tesla bei der Zertifizierung des Cybercab zugrunde gelegt hat, insbesondere angesichts fehlender Designmerkmale wie Außenspiegel, Pedale und Lenkrad, die derzeit nach FMVSS vorgeschrieben sind.
Thema: Signal. Quelle/Inspiration: The Verge.