Google-Datenschutz: Gmail-Daten für personalisierte KI-Werbung

2026-10-24 · kamil

Google hat am 16. Oktober seine Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Diese Änderung ermöglicht es dem Unternehmen, in bestimmten Fällen Daten aus Diensten wie Gmail und Google Fotos für personalisierte Werbung in KI-Suchanwendungen zu nutzen, insbesondere wenn Nutzer die Funktion „Personal Intelligence“ aktiviert haben.

Funktion und Zweck von Personal Intelligence

Die Anfang 2026 eingeführte Funktion „Personal Intelligence“ ist eine optionale Einstellung, die es Nutzern erlaubt, Daten aus verschiedenen Google-Anwendungen für KI-Produkte bereitzustellen. Das Ziel ist, die Qualität von KI-Antworten durch zusätzlichen Kontext aus den vorhandenen Daten zu verbessern. Diese Funktion verbindet Nutzerdaten mit der Gemini-App und den KI-Suchmodi.

Auswirkungen auf personalisierte Werbung

Bisher schloss Google die Nutzung sensibler Daten aus Produkten wie Gmail, Google Drive oder Google Fotos für personalisierte Anzeigen explizit aus. Die aktuelle Überarbeitung der Datenschutzrichtlinie deutet jedoch darauf hin, dass diese Daten nun, wenn sie über „Personal Intelligence“ mit anderen Google-Diensten geteilt werden, zur Personalisierung von Werbung beitragen können. Obwohl die Gemini-App derzeit werbefrei ist, können in KI-Suchwerkzeugen gesponserte Inhalte erscheinen. Google hat die Formulierung in der Richtlinie angepasst, was die Möglichkeit eröffnet, Daten aus Anwendungen wie Gmail und Fotos in Anzeigen zu verwenden, sobald sie mit anderen Google-Diensten geteilt werden.

Googles Stellungnahme und Einschränkungen

Google betont, dass die Verbindung von Apps über „Personal Intelligence“ vollständig optional ist. Das Unternehmen gibt an, dass Anzeigen weiterhin auf Suchanfragen, den Kontext der Antwort und Nutzerinteressen basieren. Direkt aus dem Gmail-Posteingang oder der Fotos-Bibliothek würden keine Anzeigen abgeleitet, und sensible Informationen kämen nicht zur Anwendung. Ein Google-Sprecher erklärte, dass dies keine Änderung im Umgang mit Daten gegenüber Werbepartnern bedeute und keine gesamten Posteingänge gescannt oder Daten an Dritte weitergegeben würden. Wenn jedoch persönliche Daten in ein KI-Suchwerkzeug eingespeist werden, könnten die dort angezeigten Anzeigen auf diesen Informationen basieren.

Datenfluss und KI-Modelltraining

Die verstärkte Vernetzung von Google-Produkten und -Diensten ist ein zentrales Element von Googles KI-Strategie. Google sieht den Reichtum an Daten als eine Schlüsselstärke seiner KI-Bemühungen. Während Google versichert, keine persönlichen Daten direkt für das Training seiner KI-Modelle zu verwenden, werden Nutzereingaben und Modellausgaben hierfür genutzt. Da „Personal Intelligence“ persönliche Daten in diese Prozesse einspeisen kann, könnten auch die Modellausgaben Elemente persönlicher Informationen enthalten. Google versucht, solche Inhalte aus den Nutzeraktivitätskontrollen zu filtern und somit aus den Trainingsdatensätzen herauszuhalten, garantiert jedoch keinen hundertprozentigen Erfolg.

Nutzerkontrolle und Deaktivierung

Obwohl „Personal Intelligence“ eine Opt-in-Funktion ist, setzt Google verschiedene Aufforderungen und Pop-ups ein, die Nutzer zur Aktivierung bewegen können, ohne die vollen Konsequenzen klar darzulegen. Nutzer könnten die Funktion unwissentlich aktiviert haben. Um sicherzustellen, dass persönliche Daten nicht auf diese Weise für Werbung verwendet werden, muss „Personal Intelligence“ deaktiviert werden. Dies kann in den Gemini-Einstellungen für „Personal Intelligence“ erfolgen, indem verbundene Apps getrennt werden. Alternativ sind die Einstellungen über die Haupt-Google-Kontoeinstellungen zugänglich unter Daten & Datenschutz > Personalisierungseinstellungen > Personalisierte Empfehlungen in Suchdiensten verwalten > Verbundene Inhalts-Apps. Dort können Verbindungen zu Workspace und Google Fotos deaktiviert werden.


Thema: Google. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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