Google-Werbespot stellt Unabhängigkeitserklärung mit KI neu dar

2026-07-05 · kamil

Google hat einen neuen Werbespot veröffentlicht, der sich vorstellt, wie die Gründerväter der USA die Unabhängigkeitserklärung mit den heutigen Google Workspace-Tools und Künstlicher Intelligenz (KI) verfasst hätten. Der Spot, der 250 Jahre nach der ursprünglichen Unterzeichnung spielt, bewirbt Funktionen wie Google Docs, Google Calendar, Google Meet und diverse KI-Anwendungen.

Inhalt des Werbespots

Der Werbespot trägt den Slogan „Gruppenprojekt, aber im Jahr 1776“ und zeigt einen nur schemenhaft erkennbaren Thomas Jefferson bei der Entwurfsarbeit. Eine Textnachricht von Benjamin Franklin initiiert einen kollaborativen Prozess. Änderungen werden in Google Docs vorgeschlagen, eine Besprechung wird über Google Calendar geplant und virtuell via Google Meet abgehalten, wobei alle Teilnehmer ihre Kamera ausgeschaltet haben. Der Abschluss erfolgt mit E-Signaturen.

Künstliche Intelligenz spielt ebenfalls eine Rolle. Die fiktiven Gründerväter nutzen ein KI-Tool namens „help me visualize“, um verschiedene Tiere für das Staatssiegel auszuprobieren. Google Gemini, ein großes Sprachmodell, protokolliert die Besprechung und berät die Gründerväter, bevor sie einen Dokumentenzugriffsantrag von König Georg III. ablehnen.

Der Werbespot ist humorvoll gestaltet, wie eine Szene zeigt, in der Sam Adams fragt: „Können wir das bei ein paar Bieren klären?“ Die Integration von KI wird im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Werbeanzeigen als relativ dezent wahrgenommen. Anders als in einem früheren Google-Werbespot, in dem Gemini für einen Fanbrief genutzt wurde, vermeidet dieser Spot die Andeutung, dass der tatsächliche Text der Unabhängigkeitserklärung durch KI verbessert werden könnte. Einige Beobachter vermuten zudem, dass das Videomaterial selbst mithilfe von KI generiert wurde.

Reaktionen und Kritik

Die Reaktionen auf den Werbespot sind gemischt. Während Kommentare auf YouTube und Instagram überwiegend positiv ausfallen, gab es auf der Plattform Bluesky deutlich mehr Kritik. Nutzer bezeichneten den Spot als „peinlich“ und „erstaunlich taktlos“. Besonders der KI-Aspekt wurde kritisiert, obwohl viele, darunter der Historiker Angus Johnston, anmerkten, wie „erstaunlich wenig davon tatsächlich KI ist.“ Johnston fügte hinzu: „Selbst in einem kitschigen Fantasy-Witz ist es unmöglich, den Fall zu machen, dass KI ein nützliches Werkzeug für politische Organisation, das Schreiben oder die menschliche Zusammenarbeit ist.“


Thema: Google. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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