Microsoft streicht 4.800 Stellen, Xbox-Sparte stark betroffen

2026-07-06 · kamil

Microsoft hat am Montag rund 4.800 Stellen abgebaut, was 2,1 Prozent der weltweiten Belegschaft des Technologiekonzerns entspricht. Besonders stark betroffen sind die Xbox-Sparte und der kommerzielle Vertrieb. Allein bei Xbox wurden 1.600 Mitarbeiter entlassen, als Teil einer weitreichenden Umstrukturierung.

Umfassende Neuausrichtung der Xbox-Sparte

Die Entlassungen bei Xbox sind Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Asha Sharma, CEO von Xbox, bezeichnete die aktuellen Maßnahmen in einer internen Mitteilung als die „bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox“. Insgesamt werden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 voraussichtlich 3.200 Stellen in diesem Bereich abgebaut.

Sharma führte aus, dass das Geschäft von Xbox derzeit „nicht gesund“ sei und mit Margen operiere, die drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei vergleichbaren Plattform- und Publishing-Unternehmen. Versuche, das Geschäft durch Initiativen wie den monatlichen Abonnementdienst Game Pass, den Ausbau des Content-Portfolios und Investitionen in Multi-Plattform-Strategien zu beleben, hätten nicht das erwartete Wachstum erzielt. Hinzu komme die „schwerste Hardware-Krise der Branche“.

Als Reaktion darauf wird Microsoft vier seiner Gaming-Studios neu organisieren. Compulsion Games und Double Fine Productions werden wieder zu unabhängigen Studios, während Ninja Theory und Undead Labs unter neue Eigentümerschaft fallen und Mittel zur Fertigstellung und zum Ausbau ihrer beliebteren Spiele erhalten. Die Management-Ebenen bei Xbox werden von derzeit 14 auf maximal fünf, idealerweise drei, reduziert. Helen Chiang wurde zur Chief Operating Officer ernannt und erhält umfassende Ergebnisverantwortung für Inhalte, Hardware, Plattform und Dienste.

Die Umstrukturierung konzentriert sich auf eine stärkere Fokussierung auf Kernstrategien wie Mojang (Minecraft) und King (Candy Crush) und das Einstellen von „uferlosen kreativen Wetten“, die keine plattformweiten Erträge liefern.

KI-Einfluss und branchenweiter Wandel

Die aktuellen Stellenstreichungen reihen sich in eine Serie von Entlassungen in der Technologiebranche ein, die Befürchtungen nährt, dass Künstliche Intelligenz (KI) Arbeitsplätze ersetzen könnte. Amy Coleman, Executive Vice President und Chief People Officer bei Microsoft, betonte jedoch in einer internen Mitteilung, dass die wegfallenden Stellen „nicht durch KI ersetzt werden“. Sie räumte aber ein, dass KI „die Art und Weise verändert, wie Arbeit erledigt wird“ und einige tägliche Aufgaben automatisiert werden können, was eine kontinuierliche Weiterbildung und Anpassung der Mitarbeiter erfordere.

Diese Entwicklung bei Microsoft geht einher mit der kürzlichen Gründung der Geschäftseinheit „Frontier Company“, die sich auf die Bereitstellung von KI-Lösungen für Unternehmen konzentriert und mit 2,5 Milliarden US-Dollar finanziert wird. Dies spiegelt einen Branchentrend wider, bei dem Stellenabbau mit erhöhten Investitionen in KI korreliert.

Microsoft gibt an, Anstrengungen zu unternehmen, Mitarbeiter durch Umschulungen oder die Platzierung in neuen Rollen im Unternehmen zu halten. Im vergangenen Jahr wurden über 4.000 Mitarbeiter in neue Positionen versetzt, davon 500 im aktuellen Monat. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der gesamten Technologiebranche nahezu 154.000 Stellen abgebaut.


Thema: Microsoft. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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