Der Spieleentwickler id Software, bekannt für die „Doom“-Reihe, hat Berichten zufolge etwa 50 Prozent seiner Belegschaft entlassen. Diese Kürzungen, die sich auf über 90 Mitarbeiter belaufen sollen, sind Teil umfassenderer Entlassungswellen bei Xbox und erfolgten am selben Tag, an dem eine größere Erweiterung für das neueste „Doom“-Spiel veröffentlicht wurde. Besonders betroffen war demnach die Abteilung für Qualitätssicherung (QA).
Ein ehemaliger Mitarbeiter von id Software, Michael Maynard, bestätigte die Zahl der Entlassungen in einem LinkedIn-Beitrag und sprach von „ungefähr“ 50 Prozent der Firmenbelegschaft. Maynard äußerte sich kritisch über die Entscheidung, angesichts der von ihm als branchenführend bezeichneten Technologie, die das Team entwickelt habe.
Umfassende Entlassungen bei Xbox und Microsoft
Die Entlassungen bei id Software sind Teil einer größeren Restrukturierung innerhalb von Microsoft. Berichten zufolge wurden am Montag rund 1.600 Xbox-Mitarbeiter entlassen, und weitere 1.600 sollen bis Juni 2027 folgen. Insgesamt sind von den aktuellen Microsoft-Kürzungen etwa 4.800 Mitarbeiter betroffen.
Bloomberg berichtete, dass ZeniMax, die Muttergesellschaft von id Software, Bethesda und anderen Studios, sich stärker auf große Franchises wie „Doom“, „The Elder Scrolls“, „Fallout“, „Quake“ und „Wolfenstein“ konzentrieren wird.
Bedenken von Gewerkschaft und Branchenveteranen
Die Gewerkschaft CWA (Communications Workers of America) äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Kürzungen. Derrick Osobase, Vizepräsident von CWA District 6, erklärte, dass die Entlassungen die Qualität ikonischer Spiele mindern und zu längeren Verzögerungen bei Veröffentlichungen führen könnten, was letztlich den Spielern und den Einnahmen von Microsoft schade. id Software hatte im vergangenen Jahr eine Gewerkschaft gegründet.
John Romero, Mitbegründer von id Software, drückte ebenfalls sein Bedauern über die Entlassungen aus und bekundete seine Solidarität mit den betroffenen Mitarbeitern. Er verwies auf seine eigene Erfahrung, ein Unternehmen zu verlassen, das einen Großteil seiner Arbeit und Geschichte birgt.
Blizzard Entertainment, das unter Activision fällt, war von den unmittelbaren Entlassungen bisher nicht betroffen. Blizzard-Präsidentin Johanna Faries kündigte jedoch in einem internen Memo an, dass weitere Details zu den Ereignissen und deren Bedeutung für Blizzard folgen würden.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: The Verge.