Meta führt eine neue Schutzfunktion für seine KI-Brillen ein, die das Aufzeichnen bei manipulierter Aufnahme-LED (Light Emitting Diode) unterbindet. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen jedoch die Datensammlung für seine KI-Produkte, was erneut Datenschutzbedenken aufwirft.
Neue Sicherheitsmaßnahme für KI-Brillen
Die Aktualisierung soll verhindern, dass Personen heimlich mit den KI-Brillen filmen. Konkret wird die Kamera deaktiviert, wenn die integrierte LED-Leuchte, die eine laufende Aufnahme signalisiert, manipuliert wurde. Meta bewirbt diese Funktion als Branchenneuheit, räumt aber ein, dass sie notwendig wurde, da Nutzer die LED abklebten oder zerstörten, um unbemerkt aufzuzeichnen. Das Unternehmen bestätigt damit, dass einige Nutzer die Brillen missbräuchlich zur heimlichen Aufnahme von Situationen oder Personen, oft Frauen, ohne deren Zustimmung verwendeten.
Gleichzeitige Ausweitung der Datensammlung
Trotz der Einführung dieser Schutzmaßnahme treibt Meta parallel Produkte und Funktionen voran, die Nutzer dazu anhalten, mehr ihrer persönlichen Daten preiszugeben. Dies umfasst das Training der Künstlichen Intelligenz mit Nutzerbildern und die Nutzung persönlicher Inhalte für KI-Funktionen, sofern Nutzer dem nicht aktiv widersprechen (Opt-out). Berichten zufolge testet Meta zudem einen Prototyp von KI-Brillen, der kontinuierlich Audio sammelt und alle paar Sekunden Fotos aufnimmt. Metas Datenschutzrichtlinie erklärt zudem, dass alle Bilder, die mit Meta AI geteilt werden, zum Training der KI verwendet werden können. Kürzlich wurde außerdem bekannt gegeben, dass Meta AI öffentliche Instagram-Fotos zur Erstellung von KI-Bildern nutzen kann, es sei denn, Nutzer widersprechen.
Langjährige Datenschutzdebatten und rechtliche Herausforderungen
Meta sieht sich in Bezug auf die Datenschutzpraktiken seiner KI-Brillen mehreren Untersuchungen und Klagen gegenüber. Eine Klage entstand, nachdem externe Mitarbeiter in Kenia, die Metas KI trainierten, angeblich grafische Inhalte aus Videos von Meta AI-Brillen sichten mussten. Das Unternehmen hat zudem in der Vergangenheit wiederholt Kritik wegen Datenschutzverletzungen erhalten, darunter der Cambridge-Analytica-Datenskandal. Andere Praktiken, wie die Aufzeichnung von Tastatureingaben von Mitarbeitern zum KI-Training, die schlechten Datenschutzkontrollen in der Meta AI App, die zur Offenlegung sensibler Suchanfragen führten, und die Pläne, gezielte Werbung basierend auf Daten aus KI-Chats zu verkaufen, tragen zu einem anhaltenden Misstrauen der Nutzer bei.
Thema: Meta. Quelle/Inspiration: TechCrunch.