Apple verklagt OpenAI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen

2026-07-12 · kamil

Apple hat am Freitag eine Klage gegen OpenAI eingereicht. Dem KI-Unternehmen werden der Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und Vertragsbruch vorgeworfen. Die Klage, die beim U.S. District Court for the Northern District of California eingereicht wurde, behauptet, dass das Fehlverhalten von der Führungsebene von OpenAI, einschließlich des Chief Hardware Officer Tang Tan, angeleitet worden sei.

Apple wirft Tang Tan, der zuvor 24 Jahre bei Apple tätig war, zuletzt als VP of Product Design für iPhone und Apple Watch, vor, vertrauliche Codenamen von Apple-Projekten während des Rekrutierungsprozesses von OpenAI verwendet zu haben. Weiterhin soll er Stellenkandidaten aufgefordert haben, Apple-Hardwarekomponenten zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen, und scheidende Apple-Mitarbeiter angeleitet haben, Sicherheitsverfahren zu umgehen. Auch soll er Details zu unangekündigten Apple-Produkten erfragt haben.

Vorwürfe gegen weitere ehemalige Apple-Mitarbeiter

Die Klage nennt auch Chang Liu, einen ehemaligen Senior Systems Electrical Engineer bei Apple, der acht Jahre dort gearbeitet hatte. Ihm wird vorgeworfen, einen von Apple ausgegebenen Laptop nach seinem Wechsel zu OpenAI im Jahr 2026 nicht zurückgegeben und diesen Computer zum Herunterladen vertraulicher technischer Dokumente von Apple verwendet zu haben. Diese Dokumente sollen Informationen über unangekündigte Technologien, Funktionen und Produkte, technische Spezifikationen, technische Präsentationen und proprietäre Projektdaten enthalten haben.

Liu soll zudem vertrauliche Informationen von Apple mit anderen Apple-Mitarbeitern geteilt haben, die sich bei OpenAI bewarben, und mindestens einem von ihnen Ratschläge für die Vorbereitung auf sein Vorstellungsgespräch gegeben haben.

OpenAIs Hardware-Ambitionen im Fokus

Die Anschuldigungen kommen zu einer Zeit, in der OpenAI Gerüchten zufolge ein erstes Hardware-Produkt entwickelt, das möglicherweise mit dem iPhone konkurrieren könnte. Branchenanalyst Ming-Chi Kuo hatte im April angedeutet, dass es sich um ein Smartphone handeln könnte, das auf KI-Agenten statt auf Apps setzt. Apple behauptet, dass das Verhalten der ehemaligen Mitarbeiter Teil einer Strategie von OpenAI sei, vertrauliche Informationen von Apple zu entnehmen. Dazu gehörte die Aufforderung an Apple-Mitarbeiter, Designs und Prototypen zu ihren Interviews mitzubringen und Fragen zu Komponenten- und Lieferantenauswahlprozessen zu beantworten.

Apple gibt an, dass die fortlaufende Untersuchung ergeben habe, dass OpenAI und seine Partner sogar vertrauliche Informationen von Apple genutzt hätten, während der KI-Modellhersteller sein eigenes Hardware-Produkt entwickelte. Als Beispiel wird eine proprietäre Metallveredelungstechnik genannt, die OpenAI verwendet haben soll, nachdem es angeblich einen Partner in dem Glauben gelassen hatte, es hätte die Genehmigung von Apple dafür.

Bereits im vergangenen Jahr erwarb OpenAI das Geräte-Startup io von Apples ehemaligem Chefdesigner Jony Ive für 6,5 Milliarden US-Dollar, um das KI-Unternehmen bei seinen Hardware-Ambitionen zu unterstützen. Io wird in der Klage erwähnt, Ive jedoch nicht.

Reaktionen der Unternehmen

Apple hatte OpenAI im Februar schriftlich auf seine Bedenken hingewiesen, erhielt aber keine Antwort. Das Unternehmen erklärte in der Klage, dass es durch den Gang vor Gericht die Möglichkeit erhalte, durch den rechtlichen Offenlegungsprozess mehr über das Ausmaß der angeblichen Operation zu erfahren. Apple fordert das Gericht auf, OpenAI die Nutzung oder Offenlegung seiner Geschäftsgeheimnisse zu untersagen, die Rückgabe vertraulicher Apple-Materialien zu verlangen und Beweismittel im Zusammenhang mit dem Fall zu sichern.

Apple betonte: „Bei Apple entwickeln unsere Teams ständig bahnbrechende Technologien, um die besten Produkte und Dienstleistungen der Welt zu schaffen, und der Schutz ihrer Arbeit und ihres geistigen Eigentums ist etwas, das wir sehr ernst nehmen.“

OpenAI reagierte nach der Veröffentlichung der Klage mit einer öffentlichen Stellungnahme auf X: „Wir haben kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen. Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, innovative Technologien zu entwickeln, die Menschen überall befähigen.“


Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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