Der US-Bundesstaat New York hat am Dienstag ein einjähriges Moratorium für den Bau neuer großer Rechenzentren verhängt. Die von Gouverneurin Kathy Hochul angekündigte Maßnahme betrifft Anlagen mit einer Leistung von 50 Megawatt oder mehr. Ziel ist es, konsistente Standards für eine verantwortungsvolle Entwicklung festzulegen und mögliche Umweltauswirkungen sowie steigende Energiekosten für die Bürger zu prüfen.
Hintergrund und Motivation für den Baustopp
Die Entscheidung New Yorks, als erster Bundesstaat einen solchen umfassenden Baustopp zu verhängen, spiegelt wachsende landesweite Bedenken wider. Bürger und Politiker äußern zunehmend Sorgen hinsichtlich Umweltverschmutzung, steigender Energiekosten und schwindender Wasserressourcen, die mit dem Betrieb großer Rechenzentren verbunden sind. Hochul begründete den Schritt damit, dass die Entwicklung von Rechenzentren die Stromrechnungen erhöhen, natürliche Ressourcen erschöpfen und Unsicherheit für die New Yorker schaffen könnte.
Als Reaktion darauf hat Gouverneurin Hochul staatliche Behörden angewiesen, ein „Generic Environmental Impact Statement“ (GEIS) zu entwickeln. Dieses soll die potenziellen Umweltauswirkungen des Baus und Betriebs von Rechenzentren im Bundesstaat untersuchen und sicherstellen, dass neue Projekte einheitlichen Standards entsprechen. Obwohl New York weniger Rechenzentren als Hotspot-Staaten wie Virginia und Texas hat, gab es eine lange Warteliste von Projekten, die auf die Anbindung an das Stromnetz warteten und teilweise bereits auf Widerstand stießen.
Auswirkungen auf die KI-Branche und weitere Maßnahmen
Das Moratorium wird als deutlicher Rückschlag für Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) gewertet, die in der Vergangenheit von Politikern um Investitionen geworben wurden. Die Maßnahme könnte zudem als Blaupause für ähnliche Verbote in anderen Bundesstaaten dienen, da die Debatte über die Regulierung der energieintensiven KI-Infrastruktur landesweit an Fahrt gewinnt. Bislang wurden in diesem Jahr bereits Projekte im Wert von über 130 Milliarden US-Dollar aufgrund von Protesten blockiert oder verzögert.
Gouverneurin Hochul betont, nicht grundsätzlich gegen KI zu sein, sondern die verantwortungsvolle Entwicklung der Branche in New York sicherstellen zu wollen. Der Bundesstaat hat mit die höchsten Strompreise in den USA. Neben dem Baustopp plant Hochul auch die Aufhebung von Umsatzsteuerbefreiungen für Rechenzentren. Bereits im Februar hatte sie einen Plan vorgestellt, der vorsieht, dass Rechenzentren einen „gerechten Anteil“ an den Kosten für die Modernisierung des Stromnetzes zahlen oder ihre eigene Energieversorgung bereitstellen müssen, um zu verhindern, dass die Bürger diese energieintensive Industrie subventionieren.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: Ars Technica.