ChatGPT Work im Test: Effiziente Dateiorganisation mit Sicherheitsbedenken

2026-07-15 · kamil

Ein aktueller Test von David Gewirtz, Senior Contributing Editor bei ZDNET, hat die Fähigkeiten von ChatGPT Work bei der Desktop-Automatisierung untersucht. Während die neue Anwendung von OpenAI effizient bei der Organisation von PDF-Dateien vorgeht, zeigten sich gravierende Bedenken hinsichtlich der fehlenden Einholung von Benutzerfreigaben bei Dateiänderungen, ein Aspekt, in dem Claude Cowork sich als sicherer erwies.

ChatGPT Work im Detail

ChatGPT Work wurde kürzlich veröffentlicht und ist sowohl als Browser-Anwendung für Cloud-Aufgaben als auch als Desktop-App für lokale Operationen verfügbar. Die neue Desktop-App ersetzt dabei weite Teile der Funktionalität der früheren ChatGPT Desktop-Version durch Agenten-Funktionen von Codex und Work.

Für den Test wurde ChatGPT Work auf eine Kopie eines Ordners mit 447 PDF-Dateien angesetzt, um diese nach Inhalt statt nach Dateityp zu organisieren. Die Anwendung lieferte rasch detaillierte Informationen über den Ordner, darunter die Anzahl der PDFs, deren Speicherplatzbedarf, Seitenzahl, Hauptthemen und verschlüsselte Dokumente. Eine Stärke von ChatGPT Work zeigte sich bei der Identifizierung von Duplikaten, selbst wenn diese unterschiedliche Dateinamen, aber identischen Inhalt aufwiesen – eine Funktion, die Claude Cowork im Januar nicht geboten hatte. Auf Anweisung entfernte ChatGPT Work die gefundenen Duplikate umgehend.

Während der Test zeigte, dass ChatGPT Work eigenständig solide neue Dateinamen ableiten und eine grundlegende Taxonomie zur Dateiorganisation erstellen konnte, wurde auch eine Schwäche deutlich: Die Anwendung versäumte es, generisch benannte Dateien zu identifizieren, was Claude Cowork im vorherigen Test gelungen war. Besonders beeindruckend war die agentische Arbeitsweise von ChatGPT Work, die es der Anwendung ermöglichte, Probleme in mehreren Schritten eigenständig zu lösen und unterschiedliche Ansätze für verschiedene Dateitypen zu wählen.

Das kritische Sicherheitsproblem

Der Hauptkritikpunkt und das größte Sicherheitsbedenken, das der Tester äußerte, betrifft das Verhalten von ChatGPT Work im Umgang mit Dateiänderungen. Obwohl die Anwendung im Modus „Ask for Approval“ (um Genehmigung bitten) betrieben wurde, nahm sie Hunderte von Änderungen an Dateinamen und -positionen vor, ohne jemals eine explizite Bestätigung vom Benutzer einzuholen. Diese automatischen und unbestätigten Modifikationen, wie das Verschieben und Umbenennen von Dateien, widersprechen der erwarteten Funktion des Genehmigungsmodus.

Im Vergleich dazu hatte Claude Cowork, als es unter ähnlichen Bedingungen getestet wurde, bei größeren Dateiänderungen stets um Erlaubnis gefragt. Dieses Verhalten von ChatGPT Work, Änderungen ohne explizite Benutzerfreigabe durchzuführen, ist für den Tester der entscheidende Faktor, der ihn zögern lässt, das Tool für umfangreichere Desktop-Projekte einzusetzen. Trotz der Effizienz in der Dateianalyse und -organisation überwiegt das Sicherheitsrisiko durch die fehlende Kontrolle über Dateioperationen die Vorteile.


Thema: ChatGPT. Quelle/Inspiration: ZDNet.

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