Agility Robotics eröffnet großes Trainingszentrum in Kalifornien

2026-07-19 · kamil

Agility Robotics hat in Fremont, Kalifornien, ein 60.000 Quadratfuß großes Trainingszentrum für seine humanoiden Digit-Roboter eröffnet. Die Einrichtung liegt in unmittelbarer Nähe zur Tesla-Fabrik, wo die Produktion der Optimus-Roboter erwartet wird. Agilitys Digit-Roboter sind bereits kommerziell im Einsatz und generieren Einnahmen.

Kommerzielle Stärke im Vergleich

Während Tesla mit seinem Optimus-Projekt auf ein zukünftiges „größtes Produkt überhaupt“ setzt, hat Agility Robotics mit Digit bereits einen operativen Roboter im Feld. Dieser transportiert Behälter und Kisten in Produktions- und Lagerumgebungen für Kunden wie Amazon, GXO, Schaeffler und Toyota Motor Manufacturing Canada. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Aufträge im Wert von 300 Millionen US-Dollar für seine Roboter erhalten. Obwohl Agility keine genauen Stückzahlen nennt, schätzen Beobachter, dass Dutzende Digits in Pilot- oder umsatzgenerierenden Projekten eingesetzt werden. So wurden beispielsweise in einer GXO-Logistikanlage 100.000 Behälter von Digits bewegt. CEO Peggy Johnson betont, dass Agility die Anforderungen an Sicherheit, Compliance und IT-Integration in Kundenanlagen erfolgreich gemeistert hat.

Praktische Autonomie und KI-Integration

Agility Robotics, 2015 von Forschern gegründet, die sich auf sichere zweibeinige Fortbewegung spezialisierten, verfolgt einen pragmatischen Ansatz bei der Autonomie seiner Roboter. Mitgründer Damion Shelton erklärt, dass sicherheitsrelevante Funktionen nicht der Kontrolle generativer KI unterliegen sollten, ähnlich wie Antiblockiersysteme in selbstfahrenden Autos. Generative KI sieht Agility jedoch als entscheidend für die Skalierung und Programmierung von Roboteranwendungen an, da die Anzahl der möglichen Aufgaben die Programmierkapazitäten von Ingenieuren übersteigt.

Ausblick auf Einsatz und Markteintritt

Das neue Trainingszentrum ist darauf ausgelegt, die Implementierung der Roboter zu beschleunigen. Mehr als 30 Kunden befinden sich in Gesprächen mit Agility über den Einsatz von Digit. In der Einrichtung sollen die rund 1,80 Meter großen Roboter neue Fähigkeiten in Umgebungen erlernen, die ihren späteren Einsatzorten ähneln. Im Gegensatz zu vielen neuen Anbietern im Bereich humanoider Roboter plant Agility vorerst keine Heimroboter, eine Einschätzung, die von unabhängigen Robotikexperten geteilt wird, die heutige Roboter noch nicht als sicher genug für den privaten Gebrauch ansehen. Aktuell operiert Digit in menschenfreien Zonen, doch die für diesen Herbst erwartete Version 5 soll Menschen erkennen können und somit den Betrieb in gemischten Umgebungen ermöglichen. Co-Gründer Jonathan Hurst sieht allein im Bereich Fertigung und Logistik genügend Potenzial für Millionen von Robotern. Agility strebt zudem an, noch in diesem Jahr durch eine Reverse-Fusion als erstes reines Humanoiden-Robotikunternehmen an die Börse zu gehen.


Thema: Tesla. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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