Alphabet hat seine Investitionsprognose für das Jahr 2026 auf einen Bereich zwischen 195 und 205 Milliarden US-Dollar angehoben. Dies stellt eine Erhöhung gegenüber der früheren Prognose von 180 bis 190 Milliarden US-Dollar dar. Das Unternehmen begründet die Anpassung damit, dass die Nachfrage die geplanten Ausgaben weiterhin übersteigt. Gleichzeitig hat Google-CEO Sundar Pichai die Notwendigkeit von deutlich größeren Basismodellen für den nächsten Entwicklungsschritt in der Künstlichen Intelligenz (KI) betont und den Trainingslauf für das ehrgeizige Modell Gemini 4 gestartet.
Starkes Finanzwachstum und steigende KI-Nutzung
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Google einen Umsatz von 119,8 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und die Analystenerwartungen von 116,9 Milliarden US-Dollar übertraf. Besonders stark wuchs Google Cloud mit einem Plus von 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar. Das Services-Segment steigerte sich um 15 Prozent auf 94,5 Milliarden US-Dollar.
Die Nutzung von Googles KI-Angeboten nimmt ebenfalls zu: Die Gemini-App zählt mittlerweile 950 Millionen monatlich aktive Nutzer, ein Anstieg von 750 Millionen im Februar. Der KI-Modus in der Google-Suche hat seit seinem globalen Start im Oktober eine Milliarde monatlich aktive Nutzer erreicht. Google gibt an, dass der KI-Modus, ähnlich wie zuvor die KI-Übersichten, zu einer Zunahme der gesamten Suchanfragen führt. Im Werbebereich hat AI Max die Beta-Phase verlassen und wird bereits von 500.000 Werbetreibenden genutzt. Alphabet betont, dass KI Milliarden neuer Suchanfragen erschließt, die zuvor schwer zu monetarisieren waren.
Strategische Ausrichtung auf größere KI-Basismodelle
Die Kosten pro KI-Antwort im KI-Modus sind seit der Einführung auf den niedrigsten Stand gesunken, obwohl Google leistungsstärkere Modelle einsetzt. Dies deutet auf Effizienzgewinne hin, die auch durch die jüngste Veröffentlichung von Flash 3.6 belegt wurden. Diese Effizienz könnte Google zukünftig Wettbewerbsvorteile bei den Margen für KI-Dienste verschaffen.
Für den nächsten großen Sprung in der KI-Entwicklung, insbesondere im Bereich der sogenannten Frontier-Modelle (Spitzenmodelle der KI), sieht CEO Sundar Pichai die Notwendigkeit „deutlich größerer Basismodelle“ (grundlegende, umfassende KI-Modelle). Google hat daher den bisher ehrgeizigsten Vortrainingslauf für Gemini 4 begonnen. Pichai räumte zudem ein, dass es Bereiche gibt, in denen Google sich verbessern muss, insbesondere im Bereich des Codings und des sogenannten agentic coding (Code, der selbstständig Aufgaben ausführt).
Obwohl Google weiterhin an neuen Frontier-Modellen arbeitet und plant, monatlich neue Modelle zu veröffentlichen, gehört Gemini 3.5 Pro anscheinend nicht zu diesem Rhythmus, obwohl es sich derzeit in der Testphase befindet. Für alltägliche Anwendungen im Ökosystem des Unternehmens sind laut Pichai die „Workhorse Gemini Flash-Serie“ aufgrund ihrer Balance aus Leistung und Kosten sehr gefragt.
Thema: Gemini. Quelle/Inspiration: The Decoder.