Anthropic hat am Freitag sein neues KI-Modell Opus 5 vorgestellt. Es ist die neueste Version des „Heavyweight“-Modells des Unternehmens und soll günstiger und weniger restriktiv sein als das Modell Fable 5, was es für die meisten Anwendungsfälle bevorzugenswert machen könnte.
Opus 5 übertrifft Fable 5 in mehreren Benchmarks, die in der Ankündigung genannt wurden. Die Veröffentlichung erfolgt nur zwei Monate nach Opus 4.8, das am 28. Mai verfügbar wurde. Andere Modelle der 5er-Serie wie Mythos 5, Fable 5 und Sonnet 5 wurden im Juni eingeführt; lediglich das „lightweight“-Modell Haiku wartet noch auf ein Upgrade zur 5er-Serie.
Anthropic betonte, dass Opus 5 „wesentlich besser darin ist, seine Arbeit zu überprüfen und sorgfältig zu iterieren, bis es erfolgreich ist“. Dies wurde durch Benchmark-Tests belegt, bei denen Opus 5 beispielsweise eine eigene Computer-Vision-Pipeline als Reaktion auf eine unvollständige Eingabeaufforderung schrieb.
Ein entscheidender Aspekt ist, dass Opus 5 von vielen Einschränkungen befreit ist, die Fable seit seiner Einführung begleiteten. Ähnlich wie sein Vorgänger unterliegt Opus 5 nicht der 30-Tage-Datenspeicherungsrichtlinie, die für Fable und Mythos gilt und bei datenschutzbewussten Nutzern Bedenken ausgelöst hatte.
Dennoch bleiben bedeutsame Schutzmaßnahmen für Opus bestehen, insbesondere bei Cybersecurity-Aufgaben wie der Generierung von Exploits (Ausnutzung von Schwachstellen) und Penetrationstests (Sicherheitstests). Opus 5 verhindert beispielsweise das Scannen von Schwachstellen in einer Software-Binärdatei. Die Suche nach Schwachstellen im Quellcode ist jedoch erlaubt, da diese Aufgabe eher zu defensiven Zwecken eingesetzt wird.
Anthropic erwartet, dass diese Klassifikatoren bei Opus 5 85 % seltener ausgelöst werden als bei Fable 5, was die leichtere Handhabung des weniger leistungsfähigen Modells widerspiegelt.
Neue Funktion: Automatische Fallbacks
Anthropic führt zudem ein neues Tool ein, um die Schutzmaßnahmen bei Auslösung weniger störend zu gestalten. Nutzer können sich für eine Beta-Funktion namens „Automatic Fallbacks“ entscheiden. Diese leitet Anfragen, die einen Sicherheitsklassifikator auslösen, automatisch an ein weniger leistungsfähiges Modell weiter. Das Ergebnis ist, dass API-Nutzer mit aktivierter Einstellung eine funktionale Antwort erhalten, anstatt einer Fehlermeldung.
Thema: Anthropic. Quelle/Inspiration: TechCrunch.