Die zunehmende Verbreitung von KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben von der Prozessausführung bis zur Entscheidungsfindung übernehmen können, prägt die Entwicklung autonomer Unternehmen. In diesem Wandel sehen Technologieexperten drei entscheidende Typen von Fachkräften, die in der künftigen Arbeitswelt erfolgreich sein werden: technikaffine Ermöglicher, korrigierende Aufseher und ergebnisorientierte Kollaborateure. Diese Rollen erfordern eine Kombination aus menschlichem Fachwissen und KI-Kompetenzen.
Technikaffine Ermöglicher
Diese Fachkräfte sind unerlässlich, um die technischen Voraussetzungen für den effektiven Einsatz von KI-Agenten zu schaffen. Alex Read, Senior Enterprise Product Manager für Daten bei EDF UK, betont die Notwendigkeit robuster technischer Fähigkeiten innerhalb der Unternehmen. Sein Team unterstützt über 1.000 Anwender bei der Nutzung von Agenten-KI, indem es die Datenbasis aufbereitet und zugänglich macht. Sie nutzen Technologien wie Semantic Tables und Horizon Data Catalogs von Snowflake, um Datenbestände für KI-Agenten verständlich zu definieren. Anschließend entwickeln sie mithilfe von Snowflakes Coding Agent CoCo Fähigkeiten auf dieser Datenplattform, beispielsweise ein Tool zur Unterstützung von Service-Mitarbeitern bei Kundenanfragen. Die Rolle der Ingenieure besteht darin, die von Tools wie CoCo erstellten Ergebnisse zu verfeinern und anzupassen, um deren Genauigkeit zu erhöhen.
Korrigierende Aufseher
Obwohl KI-Agenten autonom agieren, ist menschliche Kontrolle und Korrektur entscheidend. Alex Read von EDF UK hebt hervor, dass die besten IT-Fachkräfte eng mit Fachexperten aus den Geschäftsbereichen zusammenarbeiten müssen. Diese Experten mit langjähriger Branchenkenntnis stellen sicher, dass die Agenten effektiv arbeiten. Bei technischen Herausforderungen oder Ungenauigkeiten sind Fachkräfte gefragt, die sowohl die technische als auch die domänenspezifische Expertise besitzen, um Korrekturen vorzunehmen. Stephen Wood, Chief Operating Officer bei Rathbones Asset Management, bestätigt diesen Wandel: Fachkräfte in der Agenten-Ära werden zunehmend eine Aufsichtsfunktion über ihre KI-Kollegen übernehmen, um die Qualität und Genauigkeit der Ergebnisse sicherzustellen.
Ergebnisorientierte Kollaborateure
Der Erfolg im Umgang mit KI-Agenten hängt maßgeblich davon ab, klare Geschäftsziele zu verfolgen und die Technologie darauf auszurichten. Dan Cherowbrier, CTO bei Formula E, erklärt, dass Fachkräfte, die die gewünschten Ergebnisse klar definieren können, wirtschaftlichen Mehrwert aus der KI ziehen werden. Er warnt davor, bestehende, auf Menschen und Abteilungen zugeschnittene Prozesse einfach zu automatisieren. Stattdessen sollten Unternehmen ihre gewünschten Geschäftsergebnisse als Ausgangspunkt nehmen. Im Bereich der Softwareentwicklung bedeutet dies beispielsweise, dass talentierte Ingenieure die KI-Agenten frühzeitig im Entwicklungsprozess in die richtige Richtung lenken, anstatt erst später einzugreifen.
Sameer Vuyyuru, Chief AI and Product Officer bei Capita, rät Fachkräften, sich aktiv mit KI-Tools auseinanderzusetzen und diese täglich zu nutzen, um ihre technischen Fähigkeiten zu schärfen und ihre Expertise mit agentenbasierten Werkzeugen zu verbinden. Die Anpassung an diese neue Arbeitsweise sei zwar mit Umstellungen verbunden, doch die Unternehmen und Mitarbeiter, die KI-Agenten annehmen und vorantreiben, werden sich behaupten können.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: ZDNet.