Cognition erwirbt Poke: Persönlichkeit soll KI-Codierungsagent Devin verbessern

2026-07-26 · kamil

Das auf KI-Codierung spezialisierte Startup Cognition hat das Unternehmen The Interaction Company of California, den Entwickler des KI-Assistenten Poke, akquiriert. Der Wert der Transaktion wird im niedrigen neunstelligen Millionenbereich angesiedelt. Ziel der Übernahme ist es, Pokes konversationellen Stil und sein Interaktionsmodell in Cognitions Codierungsagenten Devin zu integrieren.

Interaktionsmodell als strategischer Vorteil

Poke zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, mit Nutzern auf eine freundliche, umgangssprachliche und humorvolle Weise zu interagieren, ähnlich einem Gespräch mit einem Freund. Diese Art der Nutzeransprache, die sich von der eines reinen Werkzeugs unterscheidet, soll nun einen Mehrwert für Devins Codierungsfunktionen bieten.

Marvin von Hagen, Mitbegründer von The Interaction Company, erklärte in einem Interview, dass Menschen Kollegen mit Persönlichkeit Robotern vorzögen. Er betonte, dass softwarebasierte Ingenieurskollegen ebenfalls Witze machen könnten, was die Zusammenarbeit angenehmer gestalte. Diese Einschätzung unterstreicht eine wachsende Überzeugung in der Branche, dass die Art und Weise, wie KI-Assistenten mit Nutzern interagieren, ebenso wichtig wird wie die zugrundeliegenden Modelle, die sie antreiben.

Cognition strebt an, Devin weniger wie eine Software und mehr wie einen Kollegen erscheinen zu lassen. Scott Wu, Mitbegründer von Cognition, der zusammen mit Walden Yan bereits als Angel-Investor in Pokes Muttergesellschaft investiert hatte, äußerte in einem Blogbeitrag: „Das Interaction-Team hat einen Agenten entwickelt, den die Leute lieben: Er ist proaktiv, er kennt dich und es macht Spaß, mit ihm zu sprechen. Genau so soll sich die Arbeit mit Devin anfühlen, und das werden wir nun gemeinsam aufbauen.“

Details zu Poke und zukünftige Integration

Poke wurde im März gestartet und ermöglicht Nutzern die Interaktion über verschiedene Messaging-Plattformen wie iMessage, SMS, Telegram und in einigen Märkten auch WhatsApp. Der KI-Assistent wird für eine Vielzahl von Aufgaben in Bereichen wie Reisen, Gesundheit, Finanzen, Terminplanung und Bildung eingesetzt. Zu den häufigsten Anwendungsfällen gehören Produktivitätsaufgaben wie die Verwaltung von E-Mails, Erinnerungen und To-Do-Listen.

Laut Cognition haben Poke-Nutzer in den letzten drei Monaten über 100 Millionen Nachrichten auf der Plattform ausgetauscht. Obwohl Poke von Hunderttausenden von Menschen genutzt wird, war der Betrieb laut von Hagen kostspielig, was die Erzielung von Gewinnen erschwerte.

Im Juni wurde Poke als erster KI-Agent für die Nutzung auf Apples Messages for Business-Plattform zugelassen. Diese Plattform bietet Unternehmen eine standardisierte Erfahrung für die Kundenkommunikation innerhalb der Apple Nachrichten-App.

Für Poke-Nutzer sollen sich bis zum Jahresende keine unmittelbaren Änderungen ergeben; Poke wird auf Apples Plattform aktiv bleiben. Ab dem kommenden Jahr plant das Team jedoch Experimente zur Verbesserung von Poke und Devin. Poke soll dabei Cognitions neuestes Software-Engineering-Modell SWE-1.7 für bestimmte Aufgaben nutzen. Eine vollständige Kombination der beiden Produkte wird ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Von Hagen deutete an, dass Poke langfristig zuverlässiger bei der Orchestrierung verschiedener Codierungsaufgaben werden könnte, während Devin gleichzeitig persönlicher werden könnte. Er erwähnte, dass Devin derzeit nur eine Code-Änderungsanfrage (Pull Request) gleichzeitig bearbeiten könne und Poke dabei helfen könnte, verschiedene Devin-Sitzungen zu orchestrieren und sich Aufgaben über verschiedene Sitzungen hinweg zu merken. Er fügte hinzu, dass ein „beständiger Kollege“ von Vorteil wäre.


Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.

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