Amazon hat sein Abonnement Kindle Unlimited in Kindle+ umbenannt und erweitert das Angebot um KI-generierte Hörbücher. Der monatliche Preis von 12 US-Dollar bleibt bestehen, ebenso die Möglichkeit, bis zu 20 Titel gleichzeitig aus einem qualifizierten Katalog auszuleihen. Diese Neuerung zielt darauf ab, das Hörerlebnis zu erweitern, während das Leseerlebnis weitgehend unverändert bleibt.
KI-generierte Hörbücher und Autorenprogramm
Die größte funktionale Änderung von Kindle+ ist die Einführung von Hörbüchern, die mittels Künstlicher Intelligenz (KI) vertont werden. Im Gegensatz zu professionell gesprochenen Hörbüchern, wie sie beispielsweise von Audible angeboten werden, werden die „Virtual Voice“-Hörbücher in Kindle+ von einer KI gesprochen. Amazon stellt diesen „Virtual Voice“-Dienst Autoren, die am Kindle Direct Publishing (KDP)-Programm teilnehmen, kostenlos zur Verfügung. KDP ermöglicht es Autoren, ihre E-Books selbst zu veröffentlichen und für Kindle+ anzumelden, um eine größere Leserschaft zu erreichen. Durch die kostenlose KI-Vertonung könnten Autoren potenziell ein breiteres Publikum erreichen und den Prozess der Hörbucherstellung vereinfachen.
Autoren, die an Kindle+ teilnehmen, verdienen basierend auf der Anzahl der gelesenen Seiten, nicht pro Download. Die genauen Einnahmen hängen von der monatlichen Auszahlungsrate und der insgesamt gelesenen Seitenzahl ab.
Unveränderte Konditionen und Abgrenzung
Die Umbenennung in Kindle+ ist primär ein Rebranding; die Kernkonditionen des Abonnements bleiben weitgehend gleich. Der Preis erhöht sich nicht, und Nutzer können weiterhin Bücher ausleihen, wie sie es zuvor mit Kindle Unlimited taten. Kindle+ bleibt zudem ein separates Abonnement und ist nicht Teil von Amazon Prime.
Bereits vor der Einführung von „Virtual Voice“ gab es auf Kindle-Geräten und in der Kindle-App Möglichkeiten, Bücher anzuhören. Einige Kindle Unlimited E-Books enthielten bereits kostenlosen Zugang zu professionell gesprochenen Hörbüchern, wenn auch nicht alle. Barrierefreiheitsfunktionen wie „Assistive Reader“ und „VoiceView“ boten ebenfalls die Option, Text vorlesen zu lassen.
Für Leser, die Wert auf von Menschen gesprochene und inszenierte Hörbücher legen, bleiben Plattformen wie Audible oder lokale Bibliotheksdienste wie Libby die Anlaufstellen. Die Einführung von KI-Stimmen könnte jedoch potenziell Auswirkungen auf professionelle Sprecher haben, da Autoren sich für die kostenlose KI-Option entscheiden könnten.
Thema: Amazon. Quelle/Inspiration: ZDNet.