Anthropic schließt Compute-Verträge über 517 Milliarden US-Dollar ab

2026-09-08 · kamil

Das KI-Unternehmen Anthropic hat in den letzten elf Monaten seit Oktober 2025 Compute-Verträge im Wert von bis zu 517 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Damit sichert sich das Unternehmen mindestens 14,8 Gigawatt an zusätzlicher Rechenleistung, zusätzlich zu den bereits vorhandenen ein bis zwei Gigawatt. Diese massive Investition unterstreicht den intensiven Wettlauf um die benötigten Kapazitäten für die Entwicklung und den Betrieb großer Künstlicher-Intelligenz-Modelle.

Wettlauf um Rechenleistung

Die Verträge, über die The Information berichtete, umfassen nicht nur die Sicherung externer Rechenkapazitäten, sondern auch Pläne für den Bau eigener Rechenzentren. Trotz dieser umfangreichen Investitionen liegt Anthropic im geplanten Ausbau der Rechenleistung weiterhin hinter seinem Konkurrenten OpenAI zurück. OpenAI strebt bis 2030 eine Kapazität von 30 Gigawatt an und plant Investitionen von 750 Milliarden US-Dollar.

Ein direkter Vergleich der Gesamtleistungen ist laut The Information jedoch schwierig, da viele von Anthropics Verträgen über das Jahr 2030 hinausreichen. Beide Unternehmen können die getätigten Compute-Verpflichtungen derzeit nicht allein aus ihren Einnahmen decken. Laut Bloomberg belief sich Anthropics annualisierter Umsatz zuletzt auf über 65 Milliarden US-Dollar, während OpenAI im Juli einen annualisierten Umsatz von über 40 Milliarden US-Dollar verzeichnete.

Warnungen vor Überinvestitionen

Die aktuellen Investitionen von Anthropic stehen im Kontrast zu früheren Äußerungen des eigenen CEOs. Anfang 2026 hatte Dario Amodei, CEO von Anthropic, davor gewarnt, zu schnell zu investieren, und angemerkt, dass Konkurrenten „die Risiken, die sie eingehen, nicht wirklich verstehen“. Nun scheint Anthropic selbst in einen Wettlauf um den Anschluss an die Marktführer eingetreten zu sein.

Auch Sam Altman, CEO von OpenAI, hat sich kritisch geäußert. Er warnt vor einer „nicht nachhaltigen Sinnlosigkeit“ beim Ausbau der Recheninfrastruktur, insbesondere durch sogenannte Neo-Cloud-Anbieter. Altman argumentiert, dass der technische Fortschritt heutige teure Projekte schnell zu Fehlinvestitionen machen könnte.


Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: The Decoder.

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