Apple hat heute neue Iterationen seiner Desktop-Computer Mac mini und Mac Studio vorgestellt, die mit den neu eingeführten Chips M6 und M5 Ultra ausgestattet sind. Diese Aktualisierung zielt darauf ab, die Leistung für die lokale KI-Inferenz und Softwareentwicklung zu optimieren, ein Anwendungsfall, der in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.
Optimierung für KI-Workflows
Der Mac mini und der Mac Studio haben sich in der Vergangenheit aufgrund ihrer gemeinsamen Speicherarchitektur sowie der schnellen CPUs und GPUs auf ihren System-on-a-Chip (SoC) als beliebte Plattformen für lokale KI-Anwendungen erwiesen. Die Beliebtheit für die Produktionsinferenz nahm insbesondere nach der Veröffentlichung von macOS 26.2 im Dezember letzten Jahres zu. Dieses Update ermöglichte eine Kommunikation mit geringer Latenz zwischen Thunderbolt 5-Hosts, was für verteilte KI-Inferenz mittels MLX genutzt werden kann. Thunderbolt 5 ist eine schnelle kabelgebundene Datenverbindung, und MLX ist ein Open-Source-Array-Framework, das darauf ausgelegt ist, die Vorteile der gemeinsamen Speicherarchitektur der M-Serie-Chips für Machine-Learning-Workflows voll auszuschöpfen.
Sowohl Hobbyisten als auch professionelle Entwickler und Forscher nutzen seitdem die Möglichkeit, mehrere Mac mini oder Mac Studio Geräte miteinander zu verbinden (sogenanntes „Daisy-Chaining“), um Inferenz auf lokalen großen Sprachmodellen durchzuführen. Diese Modelle sind oft zu groß für ein einzelnes Massenmarktgerät und bieten eine Alternative zu spezialisierter Hardware mit Nvidia GPUs. Da die Kosten für Cloud-Modelle hoch sind und deren Praktikabilität hinterfragt wird, gewinnen lokal ausführbare Modelle wie einige der neuesten Qwen- und DeepSeek-Modelle an Bedeutung.
Die neuen Chips: M6 und M5 Ultra
Im Zentrum dieser Aktualisierung stehen die neuen Chips. Der M6 ist Apples erster 2nm-Chip in der M-Serie für Macs und ein System-on-a-Chip (SoC), das für eine breite Palette von Consumer-Anwendungen konzipiert ist. Er verfügt über eine 12-Kern-CPU, bestehend aus zwei sogenannten „Super-Kernen“, vier Performance-Kernen und sechs Effizienz-Kernen – eine Premiere für Apple, alle drei Kerntypen in einem SoC zu verwenden. Apple gibt an, dass die Multi-Thread-CPU-Leistung bis zu 40 Prozent schneller ist als beim M4-Chip. Die GPU des M6 besitzt 12 Kerne und bietet eine gemeinsame Speicherbandbreite von bis zu 160 GB pro Sekunde, wobei die Speicherkapazität auf 32 GB begrenzt ist.
Für anspruchsvollere KI-Workloads kommt der M5 Ultra zum Einsatz, der im aktualisierten Mac Studio verfügbar sein wird. Dieser Chip ist effektiv eine Kombination aus zwei M5 Max-Chips auf einem SoC und bietet beeindruckende Spezifikationen: 36 CPU-Kerne (12 Super-, 24 Performance-Kerne) und 80 GPU-Kerne. Die maximale Speicherkapazität beträgt 512 GB, und Apple beansprucht eine gemeinsame Speicherbandbreite von bis zu 1,2 TB pro Sekunde. Diese Spezifikationen sind besonders für umfangreiche KI-Inferenz-Aufgaben optimiert, finden aber auch in anderen Bereichen wie Gaming und 3D-Grafikanwendungen Verwendung.
Weitere Verbesserungen und Preise
Neben den neuen Chips erhalten die aktualisierten Modelle auch weitere Verbesserungen. Beide Geräte sind mit Apples N1-Chip ausgestattet, der Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 unterstützt. Der Speicher soll bis zu doppelt so schnell sein und erreicht 15 GB/s. Der Mac mini wird standardmäßig mit 2.5Gb Ethernet ausgeliefert, mit der Option auf ein Upgrade auf 10Gb Ethernet.
Die Preise beginnen für den Mac mini mit M6 bei $899 (16 GB Speicher), während Konfigurationen mit M5 Pro ab $1.699 starten. Der Mac Studio mit M5 Max ist ab $2.499 erhältlich, und die M5 Ultra Konfigurationen beginnen bei $5.499. Die Vorbestellungen für beide Geräte beginnen heute, die Auslieferung ist für den 22. September geplant. Konfigurationen des Mac Studio mit 512 GB Speicher werden voraussichtlich erst Ende Oktober ausgeliefert. Beide Modelle werden mit macOS 27 Golden Gate ausgeliefert.
Thema: Apple. Quelle/Inspiration: Ars Technica.