Apple entwickelt Funktion zur Echtheitsprüfung von iPhone-Fotos

2026-08-11 · kamil

Apple entwickelt eine iOS-Funktion namens „Apple Reference Image“, die es Nutzern ermöglichen soll, die Echtheit von Fotos zu überprüfen, die mit einem iPhone aufgenommen wurden. Dies geht aus Code-Referenzen in der iOS 27 Beta 5 hervor, wie 9to5Mac berichtet. Das System zielt darauf ab, die Herkunft eines Bildes zu bestätigen und zu beweisen, dass es nicht durch Künstliche Intelligenz manipuliert wurde.

Funktionsweise und Aktivierung

„Apple Reference Image“ ist derzeit noch nicht aktiv und wird standardmäßig deaktiviert sein, wie aus einer Datenschutzmitteilung in der iOS Beta hervorgeht. Nutzer können die Funktion voraussichtlich über Einstellungen > Kamera > Reference Image > Reference Mode aktivieren. Um die für die Authentifizierung notwendigen Herkunftsdaten (sogenannte Provenance-Metadaten) zu erhalten, müssen Fotos über eine spezielle „Reference“-Option in der Kamera-App aufgenommen werden. Dabei werden Metadaten wie Sensorsignaturen, der Zeitpunkt der Aufnahme und eindeutige Hardware-Identifikatoren direkt in das Bild eingebettet.

Der Authentifizierungsprozess

Der eigentliche Authentifizierungsprozess erfolgt laut MacRumors nicht automatisch. Stattdessen tippen Nutzer auf ein „Reference“-Abzeichen auf dem Foto. Daraufhin werden das Rohbild und die eingebetteten Herkunftsdaten an Apples Private Cloud Compute Server gesendet. Dort erfolgt die Verifizierung, woraufhin eine authentifizierte Version des Fotos mit einer eindeutigen ID zurückgegeben wird. Apple selbst greift während dieses Vorgangs nicht auf das Rohfoto zu. Es ist jedoch möglich, dass Sensordaten empfangen werden, um zu verhindern, dass Bilder von kompromittierten Sensoren authentifiziert werden, oder um eine frühere Authentifizierung rückwirkend aufzuheben. Authentifizierte Fotos können auf iPhone, iPad oder Mac angezeigt werden.

Ein eigener Weg statt C2PA-Standard

Die Funktionsweise von „Apple Reference Image“ ähnelt dem C2PA Content Credentials Provenance-Standard. Dieser Standard dient ebenfalls dazu, die Entstehung und Herkunft eines Bildes nachzuvollziehen und festzustellen, ob generative KI-Tools zu seiner Erstellung oder Manipulation verwendet wurden. Kamerahersteller wie Canon, Nikon, Sony, FujiFilm und Leica integrieren diesen Standard zunehmend in ihre Hardware, und auch Googles Pixel 10-Kameras unterstützen ihn. Apple hat sich jedoch bisher auffällig von der Annahme des C2PA-Standards ferngehalten. Die Entwicklung eines eigenen Systems könnte darauf hindeuten, dass Apple eine robustere und zuverlässigere Lösung als C2PA anstrebt, das nicht für seine durchgängige Zuverlässigkeit bekannt ist. Die Einführung eines solchen Provenance-Systems für iPhone-Fotos unterstreicht zudem Apples Bestreben, von Menschen erstellte Inhalte auf Online-Plattformen zu kennzeichnen.


Thema: Apple. Quelle/Inspiration: The Verge.

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