Bluesky hat seinen KI-Assistenten Attie, der im März eingeführt wurde, zu einem offenen Recherche-Tool weiterentwickelt. Nutzer können nun mithilfe der neuen Funktion „Quests“ Fragen zu Nachrichten, Trends und Konversationen stellen, die sich auf Bluesky und anderen Apps des zugrundeliegenden AT-Protokolls verbreiten.
Erweiterte Funktionen für Nutzer
Die Funktion „Quests“ ermöglicht es Anwendern, offene Fragen zu stellen und Informationen aus dem gesamten Bluesky-Netzwerk, bekannt als „Atmosphere“, abzurufen. Dies schließt alle Anwendungen ein, die das AT-Protokoll nutzen. Beispiele hierfür sind das Abrufen von Informationen über Trendthemen oder die Identifizierung einflussreicher Konten in spezifischen Bereichen oder Regionen. Ursprünglich diente Attie dazu, benutzerdefinierte soziale Feeds ohne Programmierkenntnisse zu erstellen.
Hintergrund und Strategie von Bluesky
Die Erweiterung von Attie erfolgt vor dem Hintergrund eines verlangsamten Nutzerwachstums bei Bluesky. Nachdem sich die Nutzerbasis im Oktober des Vorjahres innerhalb eines Jahres auf 40 Millionen verdoppelt hatte, verzeichnet das soziale Netzwerk nun rund 45,6 Millionen registrierte Konten. Das Unternehmen sucht daher nach Wegen, seine Nutzerbasis zu vergrößern und potenziell zu monetarisieren. Attie ist derzeit kostenlos, Bluesky erwägt jedoch, den Dienst zukünftig kostenpflichtig anzubieten. Zur Finanzierung dieser Experimente, einschließlich der Rolle von KI im AT-Protokoll, hat Bluesky eine Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen, die 2025 endete.
Attie als Werkzeug gegen Fehlinformationen
Jay Graber, Chief Innovation Officer und ehemalige CEO von Bluesky, erklärte, dass Attie ein Werkzeug sei, das Nutzern helfen soll, das Internet zu verstehen und Fehlinformationen sowie Rauschen entgegenzuwirken, indem es ihnen die Mittel zur Verfügung stellt, die Wahrheit selbst zu finden. Ziel sei es, die Zugangsbarrieren und das erforderliche Fachwissen zur Nutzung des AT-Protokolls zu reduzieren und die Tools zur Anpassung der Nutzererfahrung in die Hände aller zu legen. Toni Schneider hat Jay Graber als CEO abgelöst.
Beta-Phase und zukünftige Entwicklung
Die neue Attie-Erfahrung befindet sich derzeit in der Beta-Phase, wobei Nutzer in den kommenden Wochen von einer Warteliste eingeladen werden. Eine Neugestaltung mit Barrierefreiheitsfunktionen und einem neuen Logo ist ebenfalls geplant. Bluesky muss dabei die Neigung vieler seiner Nutzer berücksichtigen, die KI aus wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Gründen kritisch sehen, und gleichzeitig die Notwendigkeit zur Generierung von Einnahmen für das eigene Bestehen und die Entwicklung des AT-Protokolls abwägen.
Thema: Technologie / KI allgemein. Quelle/Inspiration: TechCrunch.