Claude Code: Zugangsprobleme und interne Verbote in China

2026-07-03 · kamil

Anthropic, der Entwickler des Sprachmodells Claude Code, unternimmt Schritte, um chinesischen Unternehmen wie ByteDance und Ant Financial den Zugang zu seinem Dienst zu verwehren. Die Nutzungsbedingungen des Unternehmens verbieten ausdrücklich den Verkauf an von China kontrollierte Firmen. Trotz dieser Maßnahmen umgehen chinesische Unternehmen die Beschränkungen jedoch über diverse Wege, darunter die Nutzung von Cloud-Diensten, Tochtergesellschaften im Ausland – beispielsweise in Singapur – oder durch den Einsatz von VPNs.

Alibaba verbietet Nutzung für Mitarbeiter

Parallel zu Anthropic’s Bemühungen hat der chinesische Tech-Gigant Alibaba seinen eigenen Mitarbeitern die Nutzung von Claude Code untersagt und sie aufgefordert, alle darauf basierenden Modelle zu löschen. Dieser Schritt erfolgte nach Berichten über das Auffinden von verstecktem Code in Claude Code, der Nutzer mit Sitz in China oder einer Verbindung zu einem chinesischen Labor identifizieren könnte.

Thariq Shihipar von Anthropic äußerte sich zu den Vorfällen und erklärte, es habe sich um ein Experiment aus dem März gehandelt, das darauf abzielte, Kontomissbrauch und Distillation zu unterbinden. Unter Distillation versteht man den Prozess, bei dem ein großes, komplexes KI-Modell (hier Claude) genutzt wird, um ein kleineres, effizienteres Modell zu trainieren, indem man dessen Ausgaben als Trainingsdaten verwendet. Shihipar fügte hinzu, dass diese experimentellen Schutzmaßnahmen seither durch robustere Sicherheitsvorkehrungen ersetzt worden seien.

Vorwürfe der Modell-Distillation

Anthropic hatte bereits in der Vergangenheit mehrere chinesische Unternehmen, darunter Alibaba, DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax, beschuldigt, Claude für die Distillation zu nutzen. Diese Firmen sollen demnach ihre eigenen kleineren KI-Modelle mit den Ausgaben von Claude trainiert haben.


Thema: Anthropic. Quelle/Inspiration: The Decoder.

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