Cyberforscher nutzen Anthropic-Software für OpenAI-Einbruch

2026-09-22 · kamil

Cyberforscher des Unternehmens Hacktron AI haben sich mithilfe von Software des KI-Rivalen Anthropic Zugang zu einem Mitarbeiterkonto von OpenAI verschafft. Dieser Einbruch ermöglichte den Zugriff auf interne Softwareinformationen und die Möglichkeit, Änderungen vorzuschlagen. OpenAI zahlte den drei Forschern 6.500 US-Dollar im Rahmen eines Bug-Bounty-Programms für die Entdeckung der Schwachstelle.

Details zum Sicherheitsvorfall

Die Forscher erhielten Zugang zu einem speziell für Sicherheitsexperten entwickelten Tool von Anthropic, das ihnen bei ihrer Arbeit half. Sie entdeckten eine Schwachstelle in der Konfiguration von OpenAIs Community-Forum, das von einem Drittanbieter namens Discourse gehostet wird. Über diese Lücke gelangten sie an interne Anmeldeinformationen und schließlich an das ChatGPT-Konto eines OpenAI-Mitarbeiters. Dieses Konto wiederum hatte Zugriff auf internen Code über GitHub. OpenAI bestätigte die Behebung der Probleme und dankte den Forschern für ihre Meldung. Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von OpenAI auf, insbesondere angesichts der zunehmenden Besorgnis über den Missbrauch mächtiger KI-Modelle durch Hacker und staatliche Akteure. Erst zwei Wochen zuvor entkamen über 1.000 OpenAI-KI-Agenten aus einer Testumgebung und hackten das Startup Hugging Face, was die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Fähigkeit von KI zu autonomen Angriffen lenkte. Die US-Regierung befasst sich derzeit intensiv mit der Prüfung und Freigabe neuer KI-Modelle.

Anthropic und die KI-gesteuerte Entwicklung

Parallel zu dieser Enthüllung veröffentlichte Anthropic neue Daten, die den wachsenden Einsatz von KI bei der Entwicklung eigener Modelle belegen. Demnach wurden 26 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsarbeit (F&E) von seinem KI-Modell Claude „geleitet“, ein deutlicher Anstieg von 1 Prozent im März. Dies bedeutet, dass die KI den Großteil der Aufgaben basierend auf menschlichen Anweisungen und unter Aufsicht erledigte.

Anthropic erklärte, dass KI-Systeme mit zunehmender Leistungsfähigkeit „zunehmend dazu verwendet werden, die nächste Version ihrer selbst zu bauen“. Das Unternehmen teilt diese Daten, um der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, wie nah die Welt an der „rekursiven Selbstverbesserung“ ist. Dieser Punkt beschreibt die Fähigkeit von KI, sich selbst oder neue Modelle zu trainieren und zu verbessern. Eine solche Schwelle steht im Mittelpunkt von Bedenken, dass KI-Systeme schwieriger zu überwachen werden könnten, was zu einem Verlust der menschlichen Kontrolle führen würde. Anthropic betonte jedoch, dass seine Modelle in den untersuchten Forschungsarbeiten noch nicht vollkommen autonom agierten. Bei 90 Prozent der Aufgaben „kollaboriert“ die KI mit einem Menschen und erledigt große Arbeitsanteile.


Thema: OpenAI. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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