DeepSeek entwickelt eigene KI-Chips wegen US-Exportkontrollen

2026-07-07 · kamil

Das chinesische KI-Startup DeepSeek, bekannt für seine großen Sprachmodelle, die mit denen US-amerikanischer Unternehmen wie OpenAI und Anthropic konkurrieren, plant laut einem Bericht von Reuters den Einstieg in die Entwicklung eigener Halbleiter. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Chipherstellern wie Nvidia und Huawei zu verringern.

Insidern zufolge arbeitet DeepSeek bereits seit etwa einem Jahr an diesem Vorhaben. Das Unternehmen hat Gespräche mit potenziellen Partnern in der Hardware- und Chip-Branche geführt und stellt aktiv Ingenieure für das Projekt ein. Der Fokus liegt dabei auf Chips für Rechenzentren, die speziell für die Inferenz, also die Anwendung trainierter KI-Modelle, und nicht für deren Training konzipiert sind.

Hintergrund: US-Exportkontrollen und Markt in China

Ein wesentlicher Grund für DeepSeeks Bestrebungen sind die US-Exportkontrollen, die es westlichen Chip-Herstellern wie Nvidia erschweren, ihre Produkte in China zu vertreiben. Während Nvidia den KI-Chipmarkt in Nordamerika und Europa dominiert, hat das Unternehmen aufgrund dieser Beschränkungen keine vergleichbare Präsenz in China aufbauen können. Dort hält Huawei etwa die Hälfte des Marktes für Rechenzentrums-Chips. DeepSeek ist nicht das einzige chinesische Technologieunternehmen, das in diesen Bereich vordringen möchte; auch Giganten wie Alibaba und Baidu sind bereits aktiv.

Globale Entwicklung: Unabhängigkeit bei KI-Chips

Die Pläne von DeepSeek spiegeln einen breiteren Trend in der KI-Branche wider. Auch US-amerikanische KI-Unternehmen verfolgen ähnliche Strategien. So kündigten OpenAI und Broadcom vor wenigen Wochen gemeinsam „Jalapeño“ an, OpenAIs ersten speziell für Inferenz im großen Maßstab entwickelten Chip. Anthropic erforscht ebenfalls das Design eigener Chips, wenngleich hier noch keine öffentlichen Meilensteine bekannt sind.

Für OpenAI ist die Eigenentwicklung von Chips teilweise ein Versuch, die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren. Darüber hinaus strebt das Unternehmen eine umfassendere Kontrolle über den gesamten Technologie-Stack seiner Produkte an, ähnlich dem Modell von Apple. Ein weiterer Vorteil liegt im Zugang zu Rechenleistung: In einem Markt, in dem der Zugang zu Rechenzentren voraussichtlich begrenzt bleiben wird, kann die Kontrolle über die Chip- und Rechenzentrumsebene einen Wettbewerbsvorteil darstellen, da mehrere Unternehmen um Rechenleistung konkurrieren, um ihre KI-Modelle und -Dienste zu skalieren.


Thema: DeepSeek. Quelle/Inspiration: Ars Technica.

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